Die Familie Antinori ist im Besitz eines spanenden Weinbergs, der zu den höchstgelegenen und somit kühleren Terroirs der Appellation Brunello di Montalcino zählt. Die Trauben aus dieser Lage tragen zu extra Frische und Präzision bei und ergänzen die Weinbergslagen in der Ebene ganz wunderbar. Mittleres Rubinrot, tolle Viskosität vom hohen Extrakt, Kirchenfenster des Glyzerins laufen im großen Burgunderglas elegant am Glasrand hinunter. Schwarzkirsche mit Sauerkirsche und Pumpernickel in der ersten Nase. Viel Graphit, etwas Haselnuss. Würziger, luftgetrockneter Schinken und eine beinahe burgundische Erdigkeit. Sehr ausgewogener, balancierter, harmonischer Mundeintritt. Süße rote Kirsche mit etwas Cassis und roter Johannisbeere. Viele, fein strukturierte Tannine die zugleich reif und rund sind gleiten über die Zunge. Dieser Stoff liefert diesen tollen Spannungsbogen, der perfekt ausgereiften Sangiovese so besonders macht. Sehr hintersinnig und komplex im langen, frischen, zugleich wieder perfekt balancierten Nachhall. Ein archetypischer Brunello in charmanter Ausprägung. Eher hedonistisches, leckeres Vergnügen und Wohlgefallen als ein Blockbuster und Krachmacher. Ein Brunello für den Genuss mit tollem, saftigen Trinkfluss im rotbeerigen, langen Nachhall.
Der Brunello-Jahrgang 2021 wurde bereits vor seinem Markteintritt als ebenbürtiger, wenn auch eleganterer Nachfolger des monumentalen 2019ers gefeiert. Nach einem klirrend kalten Winter startete die Wachstumsperiode mithilfe der Märzsonne nur zögerlich. Dennoch reduzierte ein verheerender Spätfrost im April, der besonders die tiefer gelegenen Lagen im Nordosten Montalcinos mit voller Härte traf, die Ernteerträge des Jahrgangs bedeutend. Spitzenwinzer wie Riccardo Campinoti vom Weingut Le Ragnaie beklagen Verluste von bis zu 60 % in der berühmten Montosoli-Parzelle; bei Siro Pacenti fiel die Ernte insgesamt ein Drittel kleiner aus als üblich. Diese »schmerzhafte« Mengenreduktion ist jedoch der einzige Wermutstropfen eines ansonsten absolut makellosen Jahrgangs. Denn was an Quantität verloren ging, wurde dafür mit einer atemberaubenden Qualität wettgemacht. Trotz heißer Sommermonate bewahrten 600 mm punktgenauer Niederschlag die Reben vor jeglichem Trockenstress und schenkten den Pflanzen im richtigen Moment die nötige Kühlung. Die Weinberge befanden sich den ganzen Sommer über in einer geradezu magischen Harmonie. Im September vollendete ein spektakuläres Wechselspiel hoher Temperaturunterschiede von heißen Tagen mit kühlen Nächten die Reife langsam, harmonisch und gleichmäßig. Die Polyphenole und Tannine erreichten ein perfektes Niveau der Reife und zudem blieb die Säure-Balance in den Trauben herausragend – ein Faktor, der zur wunderbaren Frische beitrug, die eine der wichtigsten Charaktereigenschaften des Jahrgangs darstellt. Während 2019 für große Konzentration und Struktur steht, ist 2021 ein Jahrgang der herrlich zarten Finesse. Die Fruchtklarheit und vibrierende Energie dieser Weine ist schlichtweg mind-blowing! Die Tannine sind geschliffen, seidig und von einer fast puderzuckerartigen Eleganz. Im Gegensatz zum eher dunklen Profil von 2019 strahlt 2021 neben den klassischen Aromen von reifer Heidelbeere auch mit einer leuchtend roten Frucht, unterlegt von einer packenden, salzigen Mineralität. Dank der perfekten Tannin-Reife wird 2021 sein ideales Trinkfenster vermutlich sogar früher erreichen als die 2019er Giganten. Bereits bei der Benvenuto Brunello Probe im November 2025 – noch vor dem offiziellen Markteintritt – stachen viele Weine durch ihre verführerische Zugänglichkeit und ihr aristokratisches Profil hervor. Ein mega spannender Jahrgang für Puristen und Genießer gleichermaßen!