Im Portrait

Domaine Belleville

Vergleichsweise jung, wurde die Domaine im frühen 20. Jahrhundert in Rully gegründet. Heute gehören knapp 20 Hektar entlang der Côte Chalonnaise und auch an der Côte d’Or zum Besitz. Herzstück ist und bleibt aber der verträumte Weinort Rully, der sich neben Mercurey zu einer Spitzenadresse für bezahlbare Burgunder etabliert, während die Côte d’Or preislich davonfliegt. Rully ist für sein herausragendes Kalksteinterroir bekannt, das der Côte de Beaune nicht nachsteht. Gerade die Chardonnays erreichen hier teils eine atemberaubende Salzigkeit und mineralische Strahlkraft, etwa der Premier Cru Les Cloux, der eine quasi schmeckbare Kreidespur über die Zunge zieht wie ein Blanc de Blancs Champagner. Der Zug des Crus Les Saint-Jacques zieht einem fast die Schuhe aus, wohingegen La Fosse tiefer und cremiger daherkommt. Rully hat so unglaublich viele unterschiedliche Einzellagen, dass man selbst als Burgunderfreak ins Staunen kommt.

Bellevilles Weinberge werden seit 2017 biologisch bewirtschaftet. Der parzellen-getreue Ausbau ist die Herzensangelegenheit der Domaine – hier werden ausschließlich Einzellagen-Weine abgefüllt! Im Keller gibt es nicht viel Technik, der Ausbau ist recht klassisch. Vergärung im Edelstahl oder direkt im Fass, es herrschen eher geringe Neuholzanteile um 25 Prozent. Langer Hefekontakt und Abfüllung nach rund einem Jahr. Die Weine sind glockenklar, geschliffen und geradlinig. Kein Schnickschnack, nur das Terroir soll sprechen.

Seit 2017 gehört die Domaine zur Gruppe des amerikanischen Ehepaars Harvard-Professorin Denise Dupré und Dr. Mark Nunelly, denen auch Champagne Leclerc-Briant, das Luxushotel Royal Champagne und die Monopole-Lage Clos de la Commaraine mitsamt Hotel und Weingut in Pommard gehört.