Die Marken sind total spannend, denn die Region erlebt seit den letzten 20 Jahren eine absolute Qualitätsrevolution.

Im Überblick

Weinregion Marken

Die Marken erstrecken sich östlich von Umbrien an der Adriaküste entlang, von Rimini über Ancona bis San Benedetto. Es ist schwierig, den Marken einen bestimmten Wein-Stempel aufzudrücken, denn als Weinanbaugebiet hat die Region zwei Gesichter: knackig trockene Weißweine im Norden und körperreiche Rotweine im Süden.

Die Marken Landschaft

Die Marken – eine Region im Aufwind

Verdicchio ist die wichtigste Rebsorte der Region und in diesem Millennium erlebte sie eine total aufregende Entwicklung hin zur Qualität. Sie kann definitiv konzentrierte, charaktervolle und alterungswürdige Weißweine hervorbringen. Oft haben diese Weine dann ausgeprägte Zitrusnoten, den Geschmack frischer Bittermandeln und Nüsse sowie eine salzige, steinige Mineralität. Manchmal ist da richtig Spannung drauf, Verdicchio kann fast elektrisch sein! Die spät reifende Rebsorte hat von Natur aus einen hohen Säuregehalt und eignet sich daher auch ausgezeichnet für Spumante und gelegentlich sogar für die Herstellung von Spätlese-Weinen. Das an der Küste gelegenen Castelli di Jesi und das weiter im Landesinneren, beinahe an der Grenze zu Umbrien, in höheren Lagen gelegene Matelica sind die besten Zonen für die Rebsorte. Riserva-Versionen von Verdicchio Castelli di Jesi und Verdicchio di Matelica reifen für mindestens 18 Monate und werden in beiden Zonen als top DOCG-Qualität abgefüllt. 

Die besten Rotweine der Marken sind Conero Rosso Riserva DOCG und Vernaccia di Serrapetrona DOCG. Conero Rosso Riserva wird südlich der Regionalhauptstadt Ancona produziert und ist nach dem dortigen Berg Monte Conero benannt. Weine bestehen hier zu mindestens 85 Prozent aus Montepulciano, der Rest aus Sangiovese.
 

Marken Weinfeld

Die Montepulciano-Traube, die im Süden Italiens zu Hause ist, hat übrigens ganz und gar nichts mit der gleichnamigen Stadt in der Toskana zu tun – Vino Nobile de Montepulciano von dort wird nämlich aus Sangiovese gemacht. Conero Rosso Riserva reift zwei Jahre lang, bevor er auf den Markt kommt, und viele Winzer bevorzugen für die Reifung einen Teil neuer Barriques anstelle der traditionellen großen Holzfässer (Botti). Der Rosso Piceno kommt aus einem wesentlich größeren Gebiet in den südlichen Marken und ist dem Conero Rosso aus Montepulciano und Sangiovese ähnlich, aber typischerweise ist er eben ein eher leichterer Wein.

Die Vernaccia ist hier in den Marken eine rote Rebsorte, was gelegentlich für Verwirrung sorgt.

Vernaccia-di-Serrapetrona-Trauben können zudem sowohl trocken als auch süß ausgebaut werden. Ein Anteil von mindestens 40 Prozent getrockneter Passito-Trauben muss in der Maische verwendet werden. Unter der Offida DOCG werden Rotweine aus Montepulciano und Weißweine aus Pecorino und Passerina abgefüllt.   Weine aus der autochthonen roten Rebsorte Lacrima di Morro d’Alba können ganz lustig sein – in den besten Fällen sogar fast Pinot-Noir-artig.

Die Marken – Villa Bucci
Villa Bucci

Die kulinarischen Marken

Ancona ist nicht unbedingt ein Touristenmagnet, aber nur eine viertels Fahrstunde weiter südlich sieht es schon ganz anders aus – die Riviera steht der Amalfi-Küste in nichts nach und auch kulinarisch hat die Region einiges zu bieten. Die Region ist für gekochten Fisch (Brodetto) bekannt. Das Gericht wurde vor Jahrhunderten angeblich von den Griechen mitgebracht. Heute gibt es so viele Interpretationen davon, dass sich niemand auf ein Standardrezept einigen kann. Crudo, die Antwort der Marken auf Sushi, ist genauso gegenwärtig, besonders natürlich an der Adriaküste entlang. Am besten ist der frische, rohe Fisch dann, wenn er nur mit etwas Olivenöl serviert wird. Parallel zur Küste verläuft im Landesinneren entlang der Grenze zu Umbrien das Apennin-Gebirge. Die grüne, bewaldete Gegend ist berühmt für Schinken und porchetta – gestopftes Spanferkel – der ideale Partner zu den strukturierten Rotweinen der Region.