Im Portrait

Bodegas Mengoba

Gregory Perez’ Weinbau-Karriere startete eigentlich im Bordelais. Während seines Önologie-Studiums in Bordeaux arbeitete er drei Jahre auf Cos d’Estournel, danach startete er auf Château Grand-Puy-Lacoste durch. Auf den Hinweis eines Freundes, dass das Bierzo DER neue Hotspot in Spanien werden wird, mit uralten Weinbergen in Steillagen, die oft verwildert und aufgegeben waren, zog es ihn dorthin. Also perfekt für junge Winzer und Aussteiger, die das Abenteuer und das Neue suchten und dabei auf ein herausragendes Terroir stießen, dass nur noch durch die aufstrebenden Talente genutzt werden musste. Noch dazu gab es hier herausragende Weinberge beinahe geschenkt. Zudem sorgte Nordspaniens Vorreiter und Galionsfigur Raul Perez seit Ende der 1990er Jahre mit einigen anderen durch grandiose Abfüllungen aus diesen alten Weinbergen für Furore in der Weinszene. Also genau der richtige Ort für einen vinophilen Emigranten aus Frankreich, sich niederzulassen. Nach einigen Jahren Weinbergsarbeit in Bierzo, gründete Gregory Perez 2007 mit der Bodega Mengoba sein eigenes Weingut.

Seine Terroirs liegen am Ursprung des Flusses Cúa bei Espanillo. 600 bis weit über 800 Meter hoch gelegen, überwiegend Steillagen in denen nur autochthone Reben stehen. Perez steht die meiste Zeit im Weinberg, es ist nahezu alles Handarbeit. Die Schiefer- und Tonböden in den Gebirgszügen sind so karg, dass er die Parzellen regelmäßig umpflügen, aufschütten und belüften muss, um genug Sauerstoff in den Boden für seine Dauerbegrünungen zwischen den Reben zu bekommen. Biodiversität ist seine höchste Maxime, seine Weinberge sehen eher wie Weingärten aus, in denen es summt und brummt. Es finden sich Kräuter, Blüten und zahlreiche Bienenstöcke. Natürlich arbeitet er entsprechend rein biologisch-organisch. Nur zweifach handselektiertes Traubenmaterial findet den Weg in die Keller seiner Bodega. Dort folgt ein Ausbau mit einem wilden Mix aus Stahltanks, Fudern und französischen Barriques, je nach Parzelle und Jahrgang entscheidet Gregory Perez, welcher Ausbau den Trauben angemessen ist.

Das bedeutet allerdings bei ihm, so neutral wie möglich. Am Ende ist das Ziel, was er mit seinen Weinen erreichen möchte, dass man den Ausbau möglichst nicht spürt. Das Traubenmaterial und die Eigenheiten des Jahrgangs stehen im Vordergrund, die Weine sind regionaltypisch, bodenständig und frei von jeder dominanten Intervention im Keller. Sie sind voll von Frucht, Energie und Lebensfreude. Würzige, steinige und vibrierende Mencia und Godello aus den kargen Hochlagen des Hinterlandes von Bierzo, urwüchsig und grandios. Die neue Welle aus Nordspanien rauscht mit atemberaubender Geschwindigkeit heran und bringt famose, saftig-erfrischende Weine für die Trinkfreude mit sich. Leider werden viele nur in mikroskopisch kleinen Mengen erzeugt, aber sie sollten in keinem Weinkeller fehlen, der auf spannende Qualitäten setzt und nicht nur auf etablierte Brands.