Im Portrait

Clemens Strobl

Weinkeller von Clemens Strobl

Hier wird noch echtes Handwerk betrieben. So werden die ausschließlich perfekt gesunden Trauben in mehreren Durchgängen von Hand gelesen. Gepresst wird mit der Korbpresse und das extrem schonend. Der »Extraktjunky« will eben das Filetstück seiner Trauben mittels niedrigen Pressdruck herausarbeiten. Die Gärung erfolgt spontan und die Weine werden prinzipiell nicht maskiert mit irgendwelchen Kellertechniken.

Ja und die braucht’s auch nicht, wenn man so eine wahnsinns Qualität an Trauben hat. Qualität wächst halt nicht im Keller, sondern im Weinberg, oder?
Die Weinberge zeichnen sich bei Clemens Strobl durch uralte lösshaltige Böden dem Tertiär aus, welche über die Jahre Substanz und Mineralik aufgesaugt haben und an tiefwurzelnde Rebstöcke von Clemens Strobl abgegeben haben.

Da hat’s jemand verstanden wirklich alles aus seinem Terroir, dem Wagram, herauszukitzeln und komprimiert in Flaschen zu packen. Er fokussiert sich auch die Rebsorten Riesling, Pinot Noir und grünen Veltliner. Unbedingt erwähnen sollte man seinen Sohn Lukas, welcher in Krems international Winebusiness studiert hat und bei Clemens Busch an der Mosel sowie beim Pionier des sanften Rebschnitts Gojer in Südtirol praktiziert hat. Gerade ist er schon voll ins Weingut involviert und im Übernahmeprozess.

Man kann es vielleicht mit wilder, exzentrischer Präzision beschreiben, die Clemens Strobl da betreibt. Wahrscheinlich aber auch mit Verrücktheit. Der Familienbetrieb experimentiert mit Ausbaumethoden und verwendet dabei Holzgebinde in verschiedensten Größen, Edelstahl oder das Betonei. Die werden dann auf jeden Wein angewendet, sodass dieser seinen ganz eigenen Charakterzug bekommt. Die Rebsortenaromatik wird nie verdeckt, sondern zeigt eher verschiedene Facetten. Ein Glas von Strobl heißt Neues entdecken, Einzigartigkeit und puren Genuss zu erleben. Letztendlich haben die Weine ein paar Dinge gemeinsam. Brutale Mineralik, Ehrlichkeit und Finesse.