Im Portrait

Max Ferdinand Richter

Weingut Max Ferd. Richter

Alles selektive Handarbeit in den Steil- und Steilstlagen, nur natürliche Düngung und trotz des extremen Arbeitsaufwandes kein Einsatz von Herbiziden und Insektiziden. Nur spontane Vergärungen und Ausbau im traditionellen Mosel-Fuderfass lassen ultraklassische Moselrieslinge entstehen, wie sie leichtfüßiger und verspielter kaum sein können. Durch seine lange Historie verfügt das Weingut über einige unbezahlbare Reben-Schätze, wie etwa über hundertjährige, wurzelechte Reben mitten im Kernbereich, dem absoluten Filetstück in der Wehlener Sonnenuhr.

Die hier entstehenden Kabinette sind überragende Terroirweine für einen beinahe unfassbar günstigen Preis. Leider aufgrund winziger Erträge immer extrem limitiert. Eine weitere spannende Entdeckung ist der Elisenberger, ein quasi Monopol der Familie Richter. Gegenüberliegend vom Grand Cru Gürtel Braunebergs erbringt die Südlage hier feinziselierte Weine, die einen kleinen Hauch von pfälzischer Geschmeidigkeit an die Mosel bringen. Die Kabinette von Max Ferd. Richter sind in sich stimmige, regionaltypische Weine im urklassischen Stil. Das heißt der Restzucker wird moderat meist unter 50 Gramm gehalten, wie es im goldenen Zeitalter des Moselweines um das ausgehende 19. Jahrhundert war. Dass hier Restzucker vorhanden ist, dominiert die Weine nie, sie schmecken nicht süß, sondern feinfruchtig - genau wie bei J.J. Prüm. Vor allem die Kabinette sind quasi der Innbegriff des Moselweines - schieferwürzig, leicht, niedrig im Alkohol, animierend und tänzerisch. Die höheren Prädikate von Auslese bis TBA sind unsterbliche Schönheiten und zählen in ihrer extraterrestrischen Klarheit zu den besten Süßweinen der Welt. Klassischer und schöner als bei Familie Richter geht feinfruchtiger Moselriesling kaum!