Im Portrait

Weingut Karsten Peter

Karsten Peter im Keller bei Weinprobe

Karsten Peters großes Plus sind die super spannenden Weinberge rund um Leistadt und Bad Dürkheim. Im Gegensatz zur dicht mit Topgütern bepackten Mittelhaardt um Forst und Deidesheim, sind die Weinlagen hier etwas weniger berühmt – auch, weil es hier nicht so viele Spitzenerzeuger gibt. Dabei sind die Lagen teils absolut erstklassig und apart, nicht nur der Kallstadter Saumagen zählt seit jeher zu den renommiertesten Lagen der Pfalz. Hier schlummern Lagenschätze, die heute etwas in Vergessenheit geraten sind. Doch rund um Dürkheim und auch Leistadt, wo noch viele Flächen nicht flurbereinigt sind, umwaldet und verschachtelt, gibt es so geniale, etwas kühlere Terroirs. Und mit Karsten Peter jetzt auch einen Topwinzer, der sie mit seiner akribischen Arbeit auf die große Bühne heben kann. Dass Karsten hier direkt Vollgas gibt, ist schwer zu übersehen in seinen Lagen: Dichtpflanzung von Top-Pflanzmaterial aus eigener Selection Massale, alles Highend und auf maximale Qualität ausgelegt. Dass Karsten Peter ein Virtuose des Rieslings ist, hat er auf Hermannsberg vielfach bewiesen, aber dass er hier in der Pfalz mit den Burgundersorten gleich dermaßen mit allen Reglern nach Rechts durchstartet, ist doch erstaunlich! 

In seinem Stil schwingt für Pfälzer Wein durchaus immer auch ein Hauch von der Nahe mit, denn so kompromisslos mineral und knackig-salzig sind nur wenige Weine in der Pfalz. Die wärmenden Hände im Rücken der etwas südlicheren Lage erlaubt in manchen Jahren, gerade bei trockenen Weinen, dann doch nochmal einen anderen Spielraum der Reife. Von daher ist Karstens Tun auf den sehr speziellen Lagen Hermannsbergs am Ende nicht mit der Pfalz vergleichbar, aber seine Handschrift bleibt unverkennbar und markant: Kein Schickschnack! Makelloser Weinbau, Highend-Reben und im Keller alles spontan vergoren und unberührt mit langem Hefekontakt. So entstehen terroirgetriebene Weine voller Energie und Dramatik, die dennoch dieses Lecker-Gen der pfälzischen Saftigkeit nicht missen. 2021 war ein Traumstart für Karsten Peter – und so wird es hier auch weiter gehen!