Jumilla, benannt nach der gleichnamigen Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern, ist eine Weinregion mit geschützter Herkunftsbezeichnung (DO) im Südosten Spaniens. Die etwa 22.500 Hektar Rebfläche große Region befindet sich in Murcia, etwas hinter Alicante.
Jumilla, benannt nach der gleichnamigen Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern, ist eine Weinregion mit geschützter Herkunftsbezeichnung (DO) im Südosten Spaniens. Die etwa 22.500 Hektar Rebfläche große Region befindet sich in Murcia, etwas hinter Alicante im Landesinneren Spaniens. Kleine Teile der Region reichen sogar in die Provinz Albacete hinein. Ihren D.O. Status besitzt die Jumilla schon seit 1966, obwohl man ehrlicherweise erwähnen muss, dass ihr Ruf nicht immer gut war: Einfache, alkoholreiche Rotweine, die in Fässern verkauft wurden, waren hier lange Zeit die wichtigste Einkommensquelle der Region. Heute hat sich das Blatt glücklicherweise gewendet: Die Qualität hat sich deutlich verbessert und Monastrell aus Jumilla hat sich auch außerhalb Spaniens zu einem interessanten Wein mit gutem Ruf entwickelt, zwei Winzer haben sich sogar einen Platz unter den Top 10 Spaniens erarbeitet und gehören damit zur absoluten Weltklasse.
Wein wird hier schon seit über 2000 Jahren angebaut, die dankbaren, warmen Bedingungen halfen schon früh dabei, den Wein zu kultivieren. Mehrere Hundert Jahre später wurden die Jumilla-Weine hauptsächlich in Fässern verkauft, um mit ihren hohen Alkoholwerten und ihrer kräftigen Farbe andere spanische Weine aufzuhübschen. Anders als im Rest von Europa schlug die verheerende Reblauskatastrophe hier erst in den 1980er Jahren zu. Das lag unter anderem an den sandigen Böden, durch die sich die Reblaus weniger schnell verbreiten konnte als anderswo. Die Reblaus hasst Sand, und so konnten die allerbesten Lagen sogar wurzelecht überleben. Natürlich kam ansonsten auch hier der Weinbau durch die Katastrophe fast zum Erliegen, jedoch besonn man sich nach der Katastrophe und im Zuge der Neupflanzungen darauf mehr auf die Qualität und weniger auf die Quantität der Erträge zu achten. So begann die Qualitätsweinoffensive in Jumilla, von der wir heute profitieren!
Klima und Terroir sind in Jumilla durchaus sehr homogen, aber doch klar zweigeteilt in den wärmeren Westen und den von extremen Hochlagen dominierten Osten. Wir befinden uns im westlichen Murcia auf einem knapp 500-800 Meter hohen Hochplateau. Das Klima ist stark kontinental und mediterran geprägt. Das heißt heiße Sommer mit über 40 Grad, gefolgt von kalten Wintern prägen hier das Wetter im Jahr. Die hohen Tag-Nacht Temperaturunterschiede helfen dabei, die Trauben nicht zu kochen und so kann etwas Frische im Wein bewahrt werden. Durch das heiße, kontinentale Klima fällt auch wenig Niederschlag: Gerade einmal 250-300 mm Regen erwartet Jumilla im Jahr, der Großteil davon im Winter und Frühjahr. Der Boden besteht hier fast ausschließlich aus Sand, teilweise gesellt sich auch etwas Kalk oder Stein dazu. Der östliche Teil verfügt über noch höhere Lagen, hier gedeihen feinere, kühlere Monastrell und sogar grandiose Weißweine.
Jumilla steht aber trotz eines kleinen Anteils Bobal im Osten in erster Linie für Monastrell,wie keine andere Region! Mit mehr als 75% Anteil an der Gesamtrebfläche sind die Traube und die Region kaum zu trennen. In Frankreich als Mourvèdre bekannt, produziert der Monastrell hier körperreiche, fleischige und kräftige Rotweine. Die besten Winzer schaffen es, den Alkoholgehalt und die schiere Fülle der Trauben zu zügeln und Frische, Präzision und Eleganz einzubringen. Glücklicherweise passiert das durch den Einsatz modernerer Keller-Techniken wie temperaturkontrollierter Gärung immer häufiger und wir dürfen uns an vollreifen und nicht samtig oder schokoladig wirkenden Monastrells erfreuen. Mittlerweile wird auch immer mehr Garnacha und Tempranillo (Cencibel) gepflanzt, genauso ergänzen weiße Rebsorten wie Macabeo, Sauvignon Blanc und Airén das Portfolio.
Seitdem die Reblaus in den 1980er Jahren Einzug gehalten hat, findet in Jumilla eine ganz besondere Monastrell-Revolution statt. Einer dieser magischen Erzeuger in Jumilla ist Casa Castillo. Seine Monastrell-Qualität ist in Spanien quasi einzigartig, auch wenn Cerrons feinerer, kühlerer Stil mindestens auf dem gleichen Level balanciert. Seine hochmodern gemachten Weine strotzen gerade so vor Fruchtigkeit und Charakterstärke. Dazu kommen noch kleine Pflanzungen von Reben aus Pre-Phylloxera Zeit, welche so beispielhaft konzentrierte Rotweine zaubern! Mit Sicherheit einer der spannendsten Erzeuger Südostspaniens. Auch die Bodegas Cerron ist nicht weniger spannend: 40 Hektar uralte Reben im nordöstlichen Herzen des Jumilla, biodynamischer Anbau, gemischter Satz und großer Fokus auf die Natur. Die beiden Brüder Juan Jose und Carlos Miguel produzieren hier große, moderne aber irgendwie auch alte Weine. Die Brüder besinnen sich auf alte Techniken zurück und haben damit großen Erfolg! Der Weinberg als Mittelpunkt des Schaffens, gemischt angebaute Weinberge und tolle Höhenlagen. Hier entsteht Großes, das man definitiv nicht verpassen sollte.

