Im Portrait

Heymann-Löwenstein

Das Wesentliche bei Heymann Löwenstein ist das Terroir. Die Lage und der Boden sind die entscheidenden Stil- und Qualitätselemente jedes einzelnen Weines. Doch nur eine Rebsorte ist in der Lage, den Schiefer derart faszinierend zu neuem Leben zu erwecken: Der Riesling. Um den notwendigen Kontakt der Wurzeln mit dem Schiefer zu garantieren, sollten die Reben alt sein und die Erntemenge begrenzt. Wichtig sind der Verzicht auf Mineraldünger (möglichst biologischer Weinbau) und eine sehr sorgsame und späte Lese mit sehr reifem, aber nicht überreifem, sehr gesundem Lesegut. 

Aber dann folgt das wirklich Schwierige: Eine Vinifikation mit der inneren Haltung des respektvollen Begleitens, mit viel, viel Geduld und einem tiefen Vertrauen in den Reifeprozess. Das bedeutet bei Heymann Löwenstein, den Maischen bis zum Start der Vergärung und dann auch während des Gärprozesses alle Zeit zu geben, die sie brauchen – mittlerweile 95 % im großen Holzfass. Der Top-Wein des Hauses Heymann-Löwenstein, der ungemein komplexe Uhlen-Roth Lay, bleibt wie früher weit über ein Jahr auf der Hefe und wird erst anderthalb Jahre nach der Ernte ausgeliefert. Das ist ganz ohne Frage einer der ganz großen trockenen Rieslinge der Welt. Das Terroir ist groß, der Winzer ein richtiges Ereignis und die Weine sind eine Sensation! Insider nennen die alkoholisch moderaten Weine dann auch »langsame Weine«. Geduld vermehrt auch das Trinkvergnügen ungemein: Alle Weine ruhig 3–4 Stunden vor Genuss dekantieren, dann eröffnen sich Welten!