Mit einer Historie, die bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zurückreicht, gehört Château TrotteVieille zu den ältesten und faszinierendsten Anwesen in ganz Bordeaux. Selbst der skurrile Name ist Legende: Er geht auf eine neugierige ältere Dame (»Vieille«) zurück, die im 15. Jahrhundert täglich zur nahegelegenen Poststation trottete (»trotter«), um den neuesten Klatsch und Tratsch der Region zu erfahren. Seit der Erstausgabe der Klassifikation von 1855 trägt das Anwesen ununterbrochen den begehrten Status als Premier Grand Cru Classé von Saint-Émilion. Im Jahr 1947 erwarb Marcel Borie – Mitbegründer des Handelshauses Borie-Manoux – das Gut. Heute steht es unter der Ägide seines Enkels Philippe Castéja, der das Château mit unermüdlicher Präzision in die absolute Spitze der Appellation geführt hat.
Das Ausnahmeterroir: Ton auf felsigem Kalkstein
Östlich des historischen Stadtkerns von Saint-Émilion gelegen, erstrecken sich die rund 12 Hektar Rebfläche in privilegierter Südwest-Ausrichtung. Das Terroir ist spektakulär und im gesamten Anbaugebiet fast einzigartig: Eine etwa 40 Zentimeter starke Lehmauflage ruht direkt auf massivem Kalksteinuntergrund – eine Bodenstruktur, die in dieser Form sonst nur beim ikonischen Château Ausone zu finden ist.
Eine weltweite Rarität hütet das Weingut zudem wie einen Schatz: Eine kleine Parzelle mit über 150 Jahre alten, ungepfropften Rebstöcken aus der Zeit vor der Reblausplage (1868), die bis heute unbeschadet überdauert haben. Der übrige Rebsortenspiegel verteilt sich auf ca. 49 % Merlot, 46 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon. Das durchschnittliche Rebalter liegt bei beeindruckenden 60 Jahren.
Unter Philippe Castéja hat Château TrotteVieille eine beeindruckende stilistische Evolution vollzogen. Während ältere Jahrgänge oft von einer kühlen, eher spröden Tanninstruktur geprägt waren, strahlen die Weine der neueren Generation eine atemberaubende Souplesse, Dichte und Vielschichtigkeit aus. Der Ausbau erfolgt feinfühlig über 12 bis 18 Monate in französischen Eichenfässern mit sehr hohem Neuholzanteil. Ein aristokratischer, ungemein langlebiger Premier Grand Cru Classé von immenser Innenspannung und zeitloser Finesse.
