Beaulieu Vineyard, bei Insidern auch als BV bekannt, gilt seit über einem Jahrhundert völlig zu Recht als die absolut stilbildende Ikone des Napa Valley. Bereits im Jahr 1900 gründeten der aus Bordeaux stammende Georges de Latour und seine Frau Fernande das Weingut in Rutherford und legten damit das Fundament für die moderne kalifornische Weinwelt. Als Fernande das Land zum ersten Mal erblickte, rief sie aus: »Quel beau lieu!« (Was für ein schöner Ort!) und gab dem Gut damit seinen zeitlosen Namen. Während andere Güter unter der Prohibition zerbrachen, überstand BV die schwere Zeit clever mit Messweinen, expandierte vorausschauend und setzte von Beginn an auf edle europäische Reben sowie beste Rutherford-Lagen.
Der eigentliche Quantensprung gelang Georges de Latour 1938, als er den legendären russischstämmigen Önologen André Tchelistcheff aus Frankreich nach Kalifornien holte. Tchelistcheff, der spätere »Maestro« und Mentor einer ganzen Winzergeneration, wie Stag’s Leap oder Chappellet, revolutionierte die Kellertechnik, führte kleine französische Eichenfässer ein und erforschte akribisch das einzigartige Terroir der Region. Bis heute steht BV für den Einklang mit dieser historischen Kulturlandschaft: Die Reben gedeihen auf den weltberühmten, staubig-kalkhaltigen Schwemmlandböden von Rutherford, deren feine, charakteristische Würze auch ehrfürchtig als »Rutherford Dust« gefeiert wird.
Der unbestrittene König im Rebsortenspiegel ist und bleibt der Cabernet Sauvignon, ergänzt durch Partner wie Cabernet Franc, Petit Verdot und Malbec. Stilistisch steht BV für extrem langlebige, kraftvolle, aber stets balancierte Rotweine mit feiner Eleganz. Das unangefochtene Aushängeschild und der absolute Ur-Kultwein Amerikas ist der Georges de Latour Private Reserve Cabernet Sauvignon, der erstmals 1936 kreiert wurde und bis heute als Benchmark für kalifornische Spitzenklasse gilt.
