Ein unglaublicher Schatz an uralten wurzelechten Reben, ein fast unwirkliches, extraterrestrisches Terroir und ein Team mit richtig Plan von großen Weinen. Ossian ist ziemlich einzigartig und lässt Verdejo-Herzen in der Rueda höher schlagen.
Das Weingut wurde hier 2005 von einem lokalen Winzer, Ismael Gozalo, und dem früheren Direktor des Consejo Regulador de DO Ribera del Duero, Javier Zaccagnini, mit einem einzigen Ziel gegründet: Aus alten Parzellen mit wurzelechte Reben große Weine aus Verdejo erzeugen. Inzwischen ist aus dem kleinen Projekt durch den Einstieg der Familie Ruiz 2013 eines der seriösesten Weinbauprojekte Spaniens geworden. Seit 2016 gehört Ossian 100% zu Alma Carraovejas, dem Dach über allen Weinprojekten der Familie unter der Führung von Pedro Ruiz Aragoneses. Auch die qualitativ überragende Bodega Maranones in Madrid / Gredos gehört zu seinem kleinen Imperium.
Die Geheimwaffe von Ossian sind die Sandböden und ihre uralten Parzellen. Denn als die Reblaus in Europa Einzug hielt und den Weinbau auf dem ganzen Kontinent auf den Kopf stellte, war man in der Region Rueda, die großflächig mit Sandböden versehen ist, weitestgehend unversehrt geblieben. Die Reblaus kann im Sandboden nämlich ganz einfach keine Gänge unter den Reben graben und konnte hier so kaum Schaden anrichten. Aus diesem Erbe von mittlerweile knapp 70 Hektar wurzelechter Reben im Alter zwischen 100 und 130 Jahren kann Ossian heute schöpfen und ihre komplexen und hochklassigen Verdejos produzieren. Zu den 70 Hektar an alten Reben kommen heute noch knapp 50 Hektar Neuanlagen aus eigenen Selectiones Massales. Somit erzeugt Ossian heute trotz der 50 Hektar jüngerer Reben komplett nut etwas unter 200 Tsd. Flaschen denn die Erträge der alten Reben liegt schon sehr tief. Seit dem Jahrgang 2025 wird hier auch komplett biodynamisch gearbeitet. Die hohe genetische Vielfalt in den alten Parzellen ist es, die einen Großteil der Komplexität der fertigen Weine gewährleistet und die Weine so unwiderstehlich tiefgründig macht.
Auch unabhängig von den Sandböden ist das Terroir um Nivea herum spektakulär. Auf durchschnittlich 900 Meter über dem Meeresspiegel wachsen die Trauben hier in kleinen, fast mosaikartigen Parzellen. Im Winter bekommen es die Winzer hier mit bis zu -15 Grad Celsius zu tun und im Sommer regelmäßig mit über 30. Schneereiche Winter und trockene Sommer, geprägt von Wasserstress für die Reben, sind hier für die Winzer normal und führen dazu, dass besonders viel Pflege in die Weinberge und Trauben gesteckt werden muss.
Im Keller wird durchgehend mit Spontanvergärung gearbeitet, gelesen wird nur von Hand und nach Selektion und leichtem Treten wird sanft gepresst. Die Vinifikation erfolgt sowohl in 228, 500 und 600 Liter Fässern, als auch in Foudres und Stahltanks, wobei die Einzellagen natürlich im Holz landen. Der Ausbau geschieht aber in jedem Fall eher reduktiv, keine Batonnage oder so etwas. Spannend ist hier auch, dass die Vinifikation parzellenweise in sehr kleinen Volumina vonstatten geht, um später bei der Cuveetierung mehr Handhabe zu behalten. Die einzelnen kleinen Einzellagen zeigen doch teilweise deutliche Unterschiede und ergeben in der finalisierten Cuvee dann ein tiefes und komplexes Endergebnis.
Das Sortiment von Ossian besteht im Kern aus drei Weinen. Erstens dem Quintaluna, der hauptsächlich aus den Trauben der Neuanlagen besteht, die spontan vergoren werden und dann 9 Monate mit der Hefe im Stahltank verweilen. Als Zweites gibt es das Herzstück des Weinguts, den Ossian. Er besteht komplett aus den Trauben der wurzelechten Parzellen, die einzeln vinifiziert werden. Ausbau in 228 oder 600 Liter Holz und auch etwa 9 Monate auf der Feinhefe. Dazu gesellen sich noch Einzellage, wie etwa der “Capitel” aus der Lage “Pena Aguda”, die nur etwas mehr als einen Hektar beträgt und auf einer dunklen Schieferader südlich des Orts Nieva wächst. Hier werden ganze Trauben gepresst, ohne Entrappung und mit reinem Ausbau im 600 Liter Holzfass.








