Ihre Geschichte beginnt in den 1960er Jahren, als der Großvater der heutigen Gründerfamilie jene Finca erwarb, die bis heute das Herzstück des Weinguts bildet. Den entscheidenden Schritt ging dann sein Sohn Manuel Otero Candeira: 1980 ließ er einen mit Eukalyptus bewachsenen Berg roden und pflanzte stattdessen Albariño, die Geburtsstunde von Granbazán, wie es heute existiert.
Es folgten Jahre, die die gesamte Region prägen sollten. Manuel Otero Candeira gehörte zu den Gründungsmitgliedern der DO Rías Baixas, und mit der Finca Tremoedo schuf er den ersten Weinberg im Val do Salnés, der von Beginn an gezielt für die Produktion von Spitzenweinen angelegt wurde. 1989 wurde der erste Jahrgang kommerziell vermarktet, seit 1990 trägt jede Flasche die Rías Baixas-Banderole. Seit 2017 gehört das Weingut Pedro Martínez Hernández, der auch Eigentümer der Bodegas Baigorri in der Rioja Alavesa ist.
Heute bewirtschaftet Granbazán rund 36 Hektar eigene Rebflächen, zu 100% mit Albariño bestockt, ergänzt durch Trauben langjähriger befreundeter Winzer aus dem Salnés-Tal. Daraus entsteht eine Jahresproduktion von durchschnittlich über 500.000 Flaschen. Als einer der Vorreiter des modernen Rías Baixas hat das Weingut dabei auch über die Mosel neue Maßstäbe gesetzt: Kellermeister Diego Ríos, gebürtig aus Santiago de Chile, verbrachte knapp sieben Jahre bei Heymann-Löwenstein an der Terrassenmosel, bevor er zu Granbazán wechselte. Eine reizvolle Parallele zwischen Riesling auf Schiefer und Albariño auf Granit.
Geprägt wird das Terroir vom Atlantik: Die kühle Meeresbrise formt das Mikroklima, während der sandige Verwitterungsgranit – lokal »xabre« genannt – für gute Drainage sorgt und den Grundstein für die Mineralität der Weine legt. Die Ursprungs-Parzellen aus dem Jahr 1980 werden noch traditionell in »parra« Erziehung kultiviert, bei der die Trauben in knapp 1,80 Metern Höhe wachsen. Das sorgt für ideale Durchlüftung und schützt die ohnehin robuste Albariño Traube zusätzlich vor Pilzbefall und Fäulnis. Gelesen wird im Weinberg ausschließlich von Hand.
Besonders prägend für den Stil der Weine ist die Vinifikation: Vor dem Pressen mazerieren die Trauben 8 bis 12 Stunden. Ein Verfahren, mit dem Granbazán in Rías Baixas Pionierarbeit geleistet hat. Vergoren wird ausschließlich spontan mit autochthonen Hefen, und bei den Spitzenweinen aus Einzellagen kommt sogar nur der Vorlaufmost (Free-run juice) zum Einsatz. Der Ausbau erfolgt in Edelstahl, kleinen gebrauchten französischen Eichenfässern sowie österreichischen Fudern, stets begleitet von einem langen Feinhefelager zwischen 4 und 30 Monaten, je nach Wein.
Das Sortiment spiegelt diese Sorgfalt in drei Stufen wider. Der Granbazán Etiqueta Verde ist der Klassiker: Er stammt aus den Lagen der Finca Tremoedo, durchläuft 8 Stunden Maischestandzeit, wird spontan im Edelstahl vergoren und reift 4 Monate auf der Feinhefe. Der Granbazán Etiqueta Ámbar gilt als der erste Sur-Lie-Albariño überhaupt. Mit über 12 Stunden Maischestandzeit, leichter Bâtonnage und 8 Monaten Hefelager. Die Spitze bildet der Granbazán D. Álvaro de Bazán, der nur in den besten Jahrgängen entsteht: aus einer einzigen kleinen Parzelle auf der Kuppe der Finca, direkt hinter dem Keller, der kühlsten Stelle des gesamten Weinbergs, wo die Winde aufeinandertreffen und die Böden am sandigsten und unfruchtbarsten sind. Spontan vergoren in österreichischen Fudern und bis zu 30 Monate auf der Feinhefe gereift, ist er eine wahre Macht an Wein.






