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Im Portrait

Heitlinger

Bis zu 160 Millionen Jahre alte Kalksedimente, bunter Mergel, Löss und Ton bilden hier ein faszinierendes Mosaik und genau daraus baut Heitlinger heute eine der eigenständigsten Burgunder-Kollektionen der Region.

Schon die Zisterzienser wussten im 12. Jahrhundert, was sie an diesen kalkreichen Hügeln hatten. Heute wird dieses historische Potenzial bei Heitlinger komplett neu aufgeladen: biodynamisch, präzise, modern und mit glasklarem Fokus auf Burgundersorten. Keine schwere Baden-Opulenz, kein nostalgischer Klassizismus, sondern Weine mit Saft, Spannung und vor allem klarer Herkunft.

Das Weingut wurde 1960 gegründet und wird heute in dritter Generation von Patrick Jacklin geführt. In den vergangenen Jahren wurde alles konsequent auf die besten Lagen des Kraichgaus ausgerichtet. 76 Hektar Rebfläche, davon rund 90 Prozent Burgundersorten und bemerkenswerte 60 Prozent in VDP Großen Lagen das ist ein Fundament, mit dem man arbeiten kann. Pinot Noir, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Auxerrois und Pinot Meunier stehen klar im Mittelpunkt. Und nahezu jede Rebsorte hat hier ihre eigene Bühne: Chardonnay im Heinberg, Pinot Noir in Wormsberg und Königsbecher, Weißburgunder im Eichelberg, Grauburgunder im Spiegelberg. Heitlinger denkt Burgunder nicht pauschal, sondern parzellengenau. Welche Sorte braucht welchen Kalk? Wo entsteht mehr Zug, wo mehr Tiefe, wo die feinste Textur? Genau diese Fragen treiben die Entwicklung des Weinguts an.

In den vergangenen Jahren hat die Familie Heiler-Jacklin massiv in die historischen Spitzenlagen der Region investiert. Alte Kulturlandschaften wurden rekultiviert, Parzellen neu bewertet und die Weinbergsarbeit immer präziser auf die einzelnen Terroirs zugeschnitten. Das Ergebnis ist eine Kollektion, die heute deutlich klarer, kühler und herkunftsbezogener wirkt als noch vor einigen Jahren. Alle Flächen werden biodynamisch bewirtschaftet und sind Demeter-zertifiziert. Und zwar nicht nur die Filetstücke, sondern die komplette Qualitätspyramide. Das ist entscheidend für den Stil: Schon die Gutsweine sollen frisch, saftig und maximal trinkig sein, aber dieselbe Herkunfts-DNA tragen wie die großen Lagenweine. Zugänglichkeit und Anspruch sind hier kein Widerspruch.

Weinreben Heitlinger

Die Gutsweine sind die lässigen Visitenkarten des Hauses: geradlinig, klar und mit ordentlich Zug. Die Ortsweine legen an Tiefe und Textur zu, bleiben dabei aber immer offen und zugänglich. Und bei den Lagenweinen wird es ernst. Hier tritt die Rebsorte langsam zurück, der Boden übernimmt. Mehr Kalk, mehr Griff, mehr Länge – und deutlich mehr Eigenständigkeit.

Stilistisch ist Heitlinger klar auf dem Weg in eine neue Burgunder-Generation. Die Weißweine verbinden reife, aber kühle Frucht mit feiner Reduktion, salziger Spannung und präzise eingesetztem Holz. Nichts ist laut, nichts aufgesetzt. Die Pinot Noirs sind saftig, würzig und dunkelbeerig, mit feinem Gerbstoff, guter Frische und einer überraschend kühlen Ader. Kraft ist da, aber sie bleibt kontrolliert. Genau das macht die Weine so stark.

Heitlinger zeigt heute eindrucksvoll, was der Kraichgau kann, wenn man sein Terroir ernst nimmt. Moderne Burgunder mit Substanz, Energie und glasklarer Herkunft. Nicht Burgund-Kopie, nicht Baden-Klischee, sondern Kraichgau mit Kalk, Kante und eigener Handschrift.