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Im Portrait

Weingut Knewitz

Die tiefe Verbundenheit zur Region, vor allem zum Welzbachtal, begann schon mit den Großeltern der beiden, die sich dazu entschlossen, das Weingut aus dem Ortskern heraus und näher an die Weinberge zu ziehen. Tobias ist es heute, der die Kontrolle über den Keller ausübt. Das auch wohlgemerkt aus gutem Grund, denn gelernt hat er unter anderem beim Weingut Meßmer und bei Philipp Kuhn, welcher seinen Stil und die Philosophie hinter seinen Weinen maßgeblich mitprägte.

Alle Lagen, die das Weingut bewirtschaftet, liegen im Welzbachtal und direkt am Hang des Westerbergs. Hier dominieren sehr kalkhaltige Böden, die vor 40 Millionen Jahren im Mainzer Becken, einem tertiären Meer, entstanden. Der Westerberg entstand im Übrigen aus einem ehemaligen Korallenriff.

Das Fundament für diese kühlen deutschen Chardonnays liegt im einzigartigen Terroir des kühlen Welzbachtals. Die Reben krallen sich hier tief in massiven, kargen Kalkfels. Gerade der Chardonnay fungiert hier als perfekter Übersetzer für diesen extremen Boden. Die kühlen Winde der Region sorgen für eine extrem lange Reifephase, sodass die Weine trotz ihrer immense Frisch nicht grün oder karg sind.

Im Keller regiert bei den Knewitz-Brüdern der absolute Purismus – hier sind echte Freaks am Werk. Spontangärung mit Naturhefen, ein extrem langes Hefelager in traditionellen Stück- und Halbstückfässern, keine Schönung, keine Kompromisse. Die Handschrift des Hauses ist mittlerweile geradezu ikonisch in Rheinhessen. Eine geniale, rauchige Feuerstein-Reduktion in der Nase, die unweigerlich an große weiße Burgunder von der Côte de Beaune erinnert. Am Gaumen zeigen sich die Weine dann extrem griffig, sehnig und völlig befreit von jeglichem cremigem Speck. Das ist purer Grip, enormer Druck und eine salzige Länge, die elektrisierend wirkt und den Speichelfluss massiv anregt.

Schon der Ortswein aus dem kühlen Welzbachtal zeigt für international gesehen kleines Geld, wie großartig deutscher Burgunder heute sein kann. Der Chardonnay Reserve von Knewitz genießt in Deutschland fast Kultstatus unter den Chardonnays, ähnlich wie Keller, Saalwächter und Huber. Dass die Brüder diesen Aufstieg so rasant geschafft haben… alle Achtung, aber dahinter steckt eben jahrelange, sehr konsistente und überzeugte Handarbeit in allen Details – und das nicht nur beim Chardonnay, sondern auch bei den herausragenden Rieslingen des Hauses.

Wer gnadenlos mineralische Weißweine liebt, kommt an der Chardonnay-Kollektion von Knewitz schlichtweg nicht mehr vorbei. Ein absolutes Must-have für jeden Burgunder-Liebhaber!