Wir befinden uns hier knapp 70km westlich von Madrid in der D.O. Vinos de Madrid, in der Nähe des bekannten Weinbauorts San Martín de Valdeiglesias, an den Hängen des Sierra de Gredos Gebirges. José Fernando Cornejo, ein reicher Industrieller aus Madrid gründete die Bodega 2008, quasi aus dem Nichts. Beteiligt an dem Projekt waren außerdem die in der Weinwelt nicht unbekannten Gründer von Comando G, insbesondere Fernando Garcia. Dieser half Cornejo dabei Keller und Weinberge zu gestalten, sowie einzelnen kleine, sehr alte Parzellen zu kaufen und so ein Mosaik an beeindruckenden Lagen an das Weingut zu bringen. Seit dem ersten Jahrgang 2010 hat sich einiges getan: 2021 wurden die Bodegas an die Gruppe Alma Carraovejas verkauft, zu der einige weitere Weingüter und Restaurants in Spanien gehören. Der Gründer José Cornejo und sein önologischer Berater Fernando Garcia sind jedoch immer noch beratend involviert, jedoch agiert mittlerweile der kongeniale Javi Ossian als Winemaker und Direktor des Guts ist Pedro Ruiz Aragoneses.
Die Sierra de Gredos sind ein ganz besonderer Fleck Erde, besonders für den Weinbau. Hier entstehen in atemberaubenden Höhen auf schroffen Felsklippen nahezu unglaubliche Weine. 25 Hektar Rebfläche besitzt die Bodega hier in vier Hauptlagen: Marañones, Andrinose, Peña Cruzada und Dehesa. Zwischen 650 und 850 Metern Höhe befinden sich diese Lagen, die Reben stehen in Buscherziehung im Boden und sind im Durchschnitt über 50 Jahre alt. Die sanften Bergwinde helfen dabei, die Reben zu belüften und schützen die Trauben damit vor heißen Sommertagen. Ein weiterer großer Faktor für die Weine der Bodega Marañones ist das mediterran-kontinentale Klima der Sierra de Gredos. Wir erleben hier lange kalte Winter und trockene heiße Sommer mit Niederschlägen vor allem im Frühjahr und Herbst. Die Böden der Lagen der Bodega sind geprägt vom Schiefer, quasi dem Erkennungsmerkmal der Sierra de Gredos Bergkette. Nirgendwo in Spanien findet man diese unglaublichen Granitböden. All diese Faktoren haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Weine, jedoch sind es besonders die Höhenlagen, die Winde und der Granitboden, die die Weine zu so einer tollen Eleganz und Feinheit bringen.
Das Rebsorten-Portfolio ist hier klassisch autochthon-Gredos: Garnacha, Albillo Real und Moscatel de Grano Menudo. Alles wird hier von Hand gelesen, im Weinberg vorsortiert und dann im Keller je nach Rebsorte verschieden ausgebaut und spontan vergoren. Die meisten Weine werden in französischen Eichenfudern, oder in gebrauchten Barriques ausgebaut. Seit 2022 arbeitet das Weingut nach biodynamischen Prinzipien und ist seit 2025 auch Demeter zertifiziert. Stilistisch sind die Weine weit weg vom spanischen Mittelmaß von Fruchtbomben mit großem Holzeinsatz. Wir haben es hier mit feinen, frischen und floralen Weinen zu tun, die gerade so vor Eleganz strotzen.
Das Portfolio der Bodega ist dem Burgund nachempfunden. »Pueblo« (Ortswein), »Paraje« (Lagenwein) und »Parcela« (Einzellage) liefern hier die Qualitätspyramide des Weinguts. Die Aushängeschilder sind eindeutig die Parzelle Peña Caballera in der Garnacha auf 850 Metern Höhe wächst, sowie Peña Cruzada, welche mit Albillo Real bepflanzt ist. Absolut großes Kino! Jedoch lassen sich, wie in ganz Spanien, auch bereits im Einstiegsbereich tolle Preis-Leistungs-Kracher finden. Die Ortswein Garnachas beispielsweise findet man in dieser Qualität selbst in Gredos selten.






