Im Portrait

Weninger

Hühner zwischen Reben im Weinberg

Radikal, keinerlei Viecher mehr, kein Getreide und Erdäpfel, nur noch Wein. Hauptsächlich Blaufränkisch. Den Weinskandal überstand man in den Achtzigern mit Mühe, dann wurden Weinberge mit alten Reben zugekauft und die Bio-Idee geboren. Der heute leitende Sohn Franz (der nächste Sohn heißt dann mal Paul) stellte kompromisslos um, alles Biodynamie, zertifiziert bei »respekt«. Ein Pinonier der Bioweinbewegung und des Qualitätsweins. Je ca. 25 Hektar alter Reben, zum größten Teil Blaufränkisch, liegen in Horitschon und im ungarischen Balf, ca 10 Minuten Autofahrt über die Grenze.

Ungefähr 200.000 Flaschen Gesamterzeugung, man versteht sich als reines Blaufränkisch-Weingut, nur da schlägt das Herz. Auch wenn in der Einstiegslinie »Franz« ein Teil Merlot verwendet wird und kleine Mengen Zweigelt, Merlot, Syrah und Cabernet angebaut werden. Kleinste Erträge, Handlese, Spontanvergärung im Holz oder Stahl, Ausbau im Holz auf der Feinhefe, fast kein Schwefel und was sonst alles »state of the art« ist, sind bei Weingut Weninger lange Zeit schon der Standard. Weninger, Preisinger, Achs, Schiefer, Wachter und einige wenige erlesene Weingüter mehr bilden den magischen Kreis der besten Rotweine Österreichs. Natürlich Blaufränkisch, die kraftvollen Burgunder unter den Rotweinen. Als Beleg für die Qualität dient die Auszeichnung des Gault Millau Österreich 2015, der das Weingut Weninger für die beste Kollektion des Jahres auszeichnete.