Im Portrait

FIO

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Gault Millau Urkunde »Entdeckung des Jahres 2020«

Gemeinsam mit seinen Söhnen und dem Spross der Familie Kettern, sitzt FIO in den Kellern des Familien-Weingutes in Piesport. Sorgfältige Handarbeit, Steillagen in und um Piesport, Spontangärung und Ausbau im Fuder sind die Grundlage. Genau wie für Ernie Loosen liegt für Dirk der Schlüssel zu den großen Rieslingen alter Schule vor allem an einem Faktor: Zeit! Es ist die Entschleunigung eines langsamen, oft mehrjährigen Ausbaus, dem extensiven Kontakt mit der Hefe, dem langsamen Sauerstoffaustausch mit der Umgebung durch ein traditionelles Holzfass, der Weine zu atemberaubender Tiefe und Charakterstärke führt. Die schlanken, energiereichen und vitalen Rieslinge von den Schiefersteillagen profitieren ganz besonders von einem solchen Ausbau, wie er früher an der Mosel traditioneller Standard war. Obwohl dieser Ansatz also eher alt als neu ist, kann er durchaus als New Wave bezeichnet werden, denn heute arbeitet ja kaum noch ein Mosel-Winzer wirklich so.

Es ist die Spannung der Gegensätze zwischen innerer Dichte, Tiefe und ruhender Kraft bei beschwingter Trinkfreude, animierender Säure, mundwässernder Salzigkeit UND entwaffnender Leichtigkeit des Seins, die die FIO-Rieslinge so besonders macht. Dieser Stil zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Kollektion. Die Weine beweisen, wie intensiv, dicht und lang ein trockener Moselwein mit 11,5% Alkohol schmecken kann. Zudem füllt FIO mit dem Glou Glou auch einen der besten Orange Wines des Landes, der einen geradezu irrwitzigen Trinkfluss hat. Es sind sicher Weine auf die man sich einlassen muss, aber es gibt so viel zu entdecken hier.