Die Côtes de Blaye sind die nördlichste Appellation des rechten Bordeaux-Ufers.

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Im Überblick

Weinregion
Côte de Blaye

Im Süden umschließen die Weinberge der Region die Côtes de Bourg, nördlich beginnt allmählich das Cognac-Gebiet. Die Stadt Blaye liegt direkt an der Gironde, nur der Fluss trennt die Appellation vom Médoc auf der anderen Flussseite. Von Blaye hat man einen wunderbaren Blick auf Saint-Julien. Trotz der großen Nähe unterscheiden sich die Regionen immens voneinander. Die Côtes de Blaye gleichen mehr ihren Nachbarn im Süden, Bourg und Fronsac, als dem Médoc. Recht viel Kalk findet man vor allem in den Böden rund um Blaye selbst. Im Norden, rund um Saint-Ciers, sowie rund um Saint-Savin im Süden, ziehen sich immer mehr Kies und Sand durch den Untergrund. Ideale Bedingungen für das zweite große Standbein der Region: die Spargelproduktion.

Cotes de Blaye

Die ehemalige Weißwein-Hochburg

Größere Bekanntheit hat Blaye jedoch in erster Linie mit seinen Weinen erlangt. Knapp 6.000 Hektar Land stehen auf den Hügelzügen der Côtes de Blaye unter Reben. Ursprünglich war das Credo klar: Es wird angebaut, was zusammenpasst. Da Weißwein deutlich besser mit Spargel harmoniert, war Blaye früher eine Weißwein-Gegend. Der weltweite Wunsch nach Rotweinen holte jedoch auch diese Region des Bordelais allmählich ein. Mittlerweile sind die Rebflächen an den Côtes de Blaye mit deutlich mehr roten Sorten bestockt. Es sind die klassischen Vertreter des rechten Ufers: Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Petit Verdot und ein recht beträchtlicher Teil Malbec.

Top-Terroir rund um die Stadt Blaye

Stilistisch fallen die Weine der Côtes de Blaye etwas knackiger und leichter aus als die Weine aus Bourg oder Fronsac. Auch wenn der Trend in den letzten Jahren zu mehr Reife geht, behalten die meisten Roten immer noch ihre Leichtigkeit, die zwar im Angang weniger Struktur andeutet, sich aber letztlich oft als feine Eleganz entpuppt. Besonders die Weingüter mit Reben rund um Blaye, wo Kalk das Terroir bestimmt, können locker mit den besten Vertretern aus Bourg und Fronsac mithalten. Bel Air La Royère ist ein Paradebeispiel für die Weine der Côtes de Blaye. Corinne Chevrier bereitet mit ihrem Team einen genialen Erstwein mit einem hohen Anteil Malbec, der deshalb immer etwas an Argentinische Rotweine aus Mendoza erinnert.

Stilistisch fallen die Weine der Côtes de Blaye etwas knackiger und leichter aus als die Weine aus Bourg oder Fronsac.

Ein Eldorado der jungen Winzerszene

In den vergangen Jahren haben sich die Côtes de Blaye mehr zu einem Eldorado für die junge, wilde Winzerszene des Bordelais entwickelt. Die Preise für die Rebflächen sind vergleichsweise gering, die Heterogenität und Größe des Gebiets laden zum Experimentieren ein. Einer, der schon lange auf diesen Pfaden wandelt, ist Dominiqe Lelandre-Chevalier, einer der Vorreiter in Sachen Biodyn an den Côtes de Blaye. Bis zu 33.000 Rebstöcke stehen bei ihm auf einem Hektar Weinberg, alles wird mit dem Pferd bearbeitet. Wegen der sandigen Böden findet man auf seinem Weingut Le Queyroux sogar wurzelechte Reben. Dominique ist ein kompromissloser Extremist, der nichts unversucht lässt, um auch das letzte Quäntchen Potenzial aus seinen Reben zu kitzeln. Das Ergebnis ist einer der wohl eigenständigsten Rotweine des Bordelais. Spannung pur – wie man sie häufig an den Côtes de Blaye findet. Junge Wilde und Alteingesessene geben sich hier die Klinke in die Hand. Blaye ist mit Sicherheit eine der aufregendsten Regionen des Bordelais!