Im Portrait

Immich-Batterieberg

Schild am Weinberg von Immich-Batterieberg

Dem Betrieb liegen vier Top-Lagen zwischen Enkirch und Traben-Trarbach zugrunde, allesamt zählen historisch zu den höchstbewerteten Weinbergen des Moseltals. Ellergrub, Zeppwingert, Steffensberg und das Monopol Batterieberg sind Steilstlagen auf kargen, teils quarzit- und eisenhaltigen Schieferformationen. Uralte, oft wurzelechte Reben auf Terrassen, die die unwirtlichen Lagen überhaupt erst gangbar machen. Auch heute ist in diesem Abschnitt der Mosel alles reine Handarbeit, eine Mechanisierung aufgrund der extremen Ausprägung der Felshänge quasi ausgeschlossen, dennoch arbeitet Kollmann seit Jahren biologisch (aktuell ohne Zertifizierung).

Ein raues, schwer zu beherrschendes Terroir, doch wenn es in den richtigen Händen ist, entstehen hier ganz große Rieslinge mit einzigartigem Mineralausdruck und einer charakterlichen Tiefe, die die steinig-karge Landschaft auf der Zunge spürbar macht. Batterieberg und Zeppwingert ergeben herbe, kraftvolle und konzentrierte Rieslinge mit jahrzehntelangem Reifepotenzial, wohingegen der Blauschiefer der Ellergrub eher für feinmineralische und subtile Zartheit sorgt. Die Weine sind grundsätzlich kulinarisch ausgelegt, d.h. sie zielen mit Maischestandzeiten und teilweise auch etwas Restsüße auf ein dreidimensionales, sattes und tiefes Mundgefühl ab, das über jenes der meisten Moselweine hinausgeht und damit auch ganz bewusst Speisen begleiten kann. Tannine und Bitterstoffe sind hier durchaus in gewissen Dosen erwünscht. Das ist schon eher Wein für fortgeschrittene Rieslingfans und nichts für die erste 12-Uhr-Flasche.

Auch Deutschlands erfahrenste Rieslingnasen attestieren Immich
absolute »Weltklasse«.

Die Weine sind nicht unähnlich zu Clemens Busch oder Daniel Vollenweider im Stil, die eine ähnliche Idee verfolgen. Jedoch kaum ein Moselwinzer ist dermaßen kompromisslos im Ausbau wie Gernot Kollmann. Nichts darf den Ausdruck seiner hervorragenden Weinberge verfälschen. Nur neutrale Holzfässer unterschiedlicher Größen und stets 100 Prozent Spontangärung sind seine eisernen Regeln. Die Weine haben deshalb bei aller handwerklichen Perfektion auch immer eine gewisse wilde und naturbelassene Seite, sie gären auch nicht in jedem Jahr vollständig durch, sondern werden wie das Jahr es eben bringt – ohne jegliche Eingriffe. Eine Rolle spielt das ohnehin nicht. Man muss Immich-Batterieberg als Quell großer Terroirweine verstehen, die eine unvergleichliche Balance und mineralische Kraft in sich tragen. Auch Deutschlands erfahrenste Rieslingnasen, Stuart Pigott und Stephan Reinhardt, attestieren Immich in den letzten Jahren absolute »Weltklasse«. So schmeckt großer Mosel-Riesling, der sich in keine kategorische Schublade stecken lässt.