Die Wurzeln des Weinguts reichen bis in die 1920er Jahre zurück, als auf einer winzigen Fläche der Grundstein gelegt wurde. Durch den Zusammenschluss der beiden Familien Amiot und Servelle wuchs das Gut stetig, bis es im Jahr 1989 offiziell seinen heutigen Namen Amiot-Servelle annahm.
Heute hat die nächste Generation der Familie – Antoine Amiot und seine Schwester Prue – das Ruder übernommen und bringt entscheidende Neuerungen wie einen immer ausgeklügelteren Bioweinbau ein. Um den Einsatz von Kupfer und Schwefel bei der Rebbehandlung weiter zu reduzieren, arbeitet die neue Generation intensiv mit natürlichen Pflanzenextrakten. Der Respekt vor dem Boden, der Rebe und der Umwelt ist bei Amiot-Servelle oberstes Gesetz. Seit 2008 ist die Domaine offiziell Bio-zertifiziert.
This domaine flies under the radar at the moment. The wines have significantly improved under Antoine and his sister Prue.
Auf chemische Dünger wird vollständig verzichtet, stattdessen kommt natürlicher Kompost zum Einsatz. Die Böden werden das ganze Jahr über regelmäßig gepflügt, um sie zu belüften und die mikrobielle Aktivität zu stimulieren. Im Winter werden die Reben angehäufelt, damit sie gezwungen sind, extrem tief zu wurzeln. Die Erträge werden durch strenges Ausgeizen und, falls nötig, durch eine »Grüne Lese« rigoros limitiert.
Eine der wichtigsten jüngsten Entwicklungen ist zudem der Bau eines hochmodernen, über 1.000 Quadratmeter großen Weinkellers auf mehreren Ebenen. Dieser Neubau ermöglicht eine noch präzisere und schonendere Vinifikation komplett per Schwerkraft, bei der die Trauben und der Most nicht mehr gepumpt werden müssen.
Lange Zeit war die Domaine ein reiner Spezialist für Chambolle-Musigny, wo die Familie 7 Hektar exzellenter Rebflächen bewirtschaftet. Zu den Filetstücken gehören die berühmten Premier Crus: Les Amoureuses, Derrière La Grange, Les Charmes, Les Plantes und Les Feusselottes.
Ein Meilenstein in der jüngeren Geschichte war das Jahr 2010, als die Domaine rund einen Hektar Weinberge aus dem Familienbesitz von Christian Amiot übernehmen konnte. Dadurch erweiterte sich das Portfolio über die Grenzen von Chambolle hinaus in die absolute Königsklasse. Hinzu kamen unter anderem die beiden Grands Crus Clos Saint Denis und Charmes-Chambertin.
Die Trauben werden in kleinen Kisten ins Weingut gebracht, um Quetschungen zu vermeiden, und dort auf dem Sortiertisch streng selektiert. Der Anteil an Rappen in der Gärung variiert je nach Charakter des Jahrgangs, dominiert die Weine bei Amiot-Servelle aber nie. Der Most durchläuft zunächst eine vier- bis fünf-tägige Kaltmazeration. Die Gärung startet zu 100 Prozent spontan mit natürlichen Hefen und ohne zugesetzte Enzyme. Nach schonender Pressung mit einer pneumatischen Presse fließt der Wein per Schwerkraft in traditionelle Burgunder-Barriques aus bester französischer Eiche. Dort reift er – je nach Jahrgang – 16 bis 18 Monate. Der Anteil an neuem Holz liegt moderat bei 15 bis 50 Prozent, abhängig von der Appellation.
The wines are imbued with much more precision, tension and complexity, and are just delicious expressions of their respective terroirs.
Aktuell ist Amiot-Servelle noch immer ein kleiner Geheimtipp im Burgund, weil die meisten den bekannteren Namen Chambolles wie Vogüé oder Mugnier hinterherjagen. Doch so grandios wie die Weine seit einigen Jahren sind, dürfte das Geheimnis nicht mehr allzu lange verborgen bleiben. Amiot-Servelle ist eigentlich nicht zu übersehen, ein strahlender Diamant in Chambolle, der aktuell Weltklasse liefert.
