Guigal: Condrieu La Doriane 2024

Guigal: Condrieu La Doriane 2024

Holzkiste

Zum Winzer

Viognier 100%
weiß, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2044
Verpackt in: 6er OHK
voll & rund
niedrige Säure
mineralisch
Lobenberg: 97+/100
Parker: 96/100
Decanter: 95/100
Galloni: 95/100
Frankreich, Rhone, Nordrhone
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Condrieu La Doriane 2024

97+
/100

Der Wein ist eine Selektion aus den feinsten Lieu-dits in Condrieu, alles von eigenen Lagen der Domaine Guigal. Der Wein wird zu 100 Prozent in neuem Holz vergoren und ausgebaut für 9 Monate. In den Appellationen des Nordens arbeitet Guigal mit mehr Holz als an der Südrhône, sowohl in der Vergärung als auch beim Ausbau. So ist es auch hier, im Fall des La Dorianne immer 100 Prozent neues Holz. Früher war es Seguin Moreau, heute ist es alles von der eigenen Tonnellerie im Château Ampuis. In der Nase gebranntes Karamell und gegrillte Ananas, Mandarine und Zitronenthymian. Sehr dichter, vom Holz getragener Mund, schmelzig und reich, aber vom Jahrgangscharakter mit einem feinen Fluss ausgestattet. Es wird nie opulent, sondern bleibt schön geschmeidig. Ein fast paradoxer Wein in diesem Spannungsfeld aus jugendlicher Frische, feinem Holz und provencalischer Reichhaltigkeit – aber gerade deshalb so unglaublich gut. Enorm lagerfähig und immer besser werdend, aber auch im Jungstadium ein Genuss. Ein Klassiker der Rhône.

Jahrgangsbericht

Wir springen in den letzten Jahren zwischen Jahrgängen der Moderne, wie 2020 und 2022, die heiß und extrem trocken sind, und solchen Jahren wie 2019, 2021 und 2024, die eher klassisch anmuten und vergleichbar kühl sind, wie es in den 1990er Jahren war. Der ganz große Unterschied ist, dass die besten Winzer heute ein Klima, vergleichbar mit vergangenen Jahrzehnten mit kühlen, regenreichen Sommern, später Lese und moderater Traubenreife, durch ihren genialen Weinbau viel besser ausbalancieren können. Aber das ist eben nur bei den Besten der Fall – da trennt sich die Spreu vom Weizen immer mehr. Viel Manpower, Laubarbeit, gestaffelte Lese, Schnelligkeit und rigoroses Sortieren machen dann den Unterschied zwischen Weltklasse und mittlerer Katastrophe – das gilt vor allem für die Südrhône. Für uns als Händler heißt das noch kompromissloser Einkaufen und sich weiterhin nur auf die handwerklich besten Winzer und großen Lagen zu fokussieren… Gerade die späte Lese und die daraus resultierende lange Hangzeit am Stock brachten aus diesem etwas kühleren, feuchteren Sommer bestenfalls ein so gigantisches Aromenfeuerwerk hervor, dass ich manchmal aus dem Staunen nicht herauskam. So eine aromatische Wucht! Solch einen dramatischen Druck und einen Reichtum an feinsten Facetten habe ich absolut nicht erwartet. Aber die ersten Primeurs 2024 bei den Großmeistern der Rhône wie Tardieu, Chapoutier, Ferraton, Clos des Papes und Co haben mich vielfach umgehauen! *** Südrhône – durchwachsen, aber spannend: 2024 war an der Südrhône geprägt von extrem hoher Feuchtigkeit im Winter wie im Frühling und auch der Sommer war eher durchwachsen. Extrem viel Mehltau-Befall bei Grenache und noch mehr bei Mourvèdre war die Folge. Dementsprechend gab es extrem kleine Ernten, weniger als 50 Prozent eines Normaljahres. Nur die sehr alten Reben bei gleichzeitig sehr späten Lesezeitpunkten brachten hervorragende Ergebnisse. Das setzte perfektes Terroir voraus. Trennte sich schon 2023 die Spreu vom Weizen, so gibt es 2024 im Süden vielleicht weniger als 10 Prozent echte Top-Erzeuger; 90 Prozent scheinen qualitativ eher mittelmäßig geraten zu sein. Die Rotweine der Region um Châteauneuf fallen eher hellfarbig aus, deutlich von der Grenache geprägt: beschwingt, duftig und fein. Weniger Power, sondern aromatisch-tänzelnde und alkoholärmere Weine mit zum Teil grandioser Aromatik. Die Allerbesten können eine Reminiszenz an große Weine aus dem Jahr 1978 sein. Wirklich grandios, satt in der Farbe, dennoch alkoholarm, fein, blumig verspielt und aromenstark sind aber eher die besten Weine aus Gigondas vor Rasteau und Vacqueyras mit grandios ausfallenden Syrah-Anteilen, die das kühlere 2024 mehr mochte. Auch die Villages Séguret und Vinsobres sind stark im Kommen! *** Nordrhône 2024 – Syrah-Weltklasse wie 2010: Maxime Chapoutier, Sohn der Rhône-Legende Michel Chapoutier, vergleicht den Jahrgang 2024 an der Nordrhône am ehesten mit 2010 – diesem kühlen, hochmineralischen, brachial fokussiert geradeaus laufenden und in der Jugend etwas unnahbar-steinigen Charakter. Und wer heute das Glück hat, die bestbewerteten 2010er Rhône-Weine im Glas zu haben, bekommt einen Vorgeschmack, wie überragend sich die 2024er in bester Trinkreife dann präsentieren können. Einige der besten 2024er brauchen sicher etwas mehr Zeit, sind in der Jugend nicht so opulent-charmant wie 2023 oder 2022, sondern von vornherein feiner, seidiger, rassiger und energetischer ausgelegt. Sie sind unglaublich fein und elegant, dennoch wahnsinnig dicht verwoben, mit engmaschigen, seidig-üppigen Tanninen. 2024 ist wirklich ein so schickes Jahr wie eine reifere Turbovariante des kühlen 2021 mit einem Touch der großen 2019er drin. Die Weine zeigen eine überraschend hohe Farbdichte, mit viel Violett. Schon daran sieht man, dass es trotz Kühle und moderatem Alkohol alles andere als ein dünner Jahrgang ist. Viele pfeffrige Noten, samtig-dichte und wollüstige Tannine. Üppige, beeindruckende Rotweine ohne viel Fett, aber dennoch tief, reif und fein, dabei bei sehr moderatem Alkohol eine gewaltige innere Dichte. Moderner Weinbau trifft das Klima der 1990er Jahre – großes Kino. *** Für die Weißen deutet sich gar ein durch die Bank grandioses Jahr an – deutlich feiner und rassiger als das mediterrane 2022, eher wie 2021 mit 2019, also ziemlich Best of the Best. 2024 kann im Weißwein-Bereich sicher unter den größten Jahren rangieren, da sind sich die meisten Winzer jetzt schon einig.

96
/100

Parker über: Condrieu La Doriane

The 2024 Condrieu La Doriane, vinified and matured entirely in barrel, is sourced from parcels in Côteau de Chéry, Côteau de Vernon, Colombier, Côte Chatillon and Château de Volan. It reveals a refined, slightly toasted bouquet marked by attractive reduction, combining the exuberance typical of Condrieu with a degree of restraint rarely encountered in the appellation. Full-bodied, dense and round, it marries power with precision, remaining racy, ethereal and saline through the finish. It's a superb rendition that should rival the excellent 2023 with time in the cellar.

95
/100

Decanter über: Condrieu La Doriane

Rich and mineral, loads of puppy fat but good freshness. The sweetness from the oak melds well to the dry fruits. A very good, fresh and vibrant vintage of La Doriane, the generous oak spice is inlaid throughout. Long and precise. From lieux-dits Côte Chatillon, Chéry, Vernon, Colombier and Volan. All aged in new oak barriques.,

95
/100

Galloni über: Condrieu La Doriane

The 2024 Condrieu La Doriane brings together grapes from five different lieux-dits (Côte Chatillon, Vernon, Chéry, Verlieu and Volan) and is aged for ten months in 100% new oak barriques. Pronounced flintstone, lightly ripe apricot, white peach and melon lead the aromatics. Richly weighted, concentrated and dense, the 2024 is a gorgeous La Doriane, carrying its final notes forward with impressive persistence on the long, lingering finish.

Mein Winzer

Guigal

67 Ernten hat Großvater Etienne Guigal eigenhändig eingebracht. Voller Liebe erinnert sich Enkel Phillippe an die täglichen Spaziergänge durch den »heiligen« Weinkeller, als er Opas Pipette und Weinglas tragen durfte, während Monsieur Etienne seine liebevolle Runde durch das Eichenfassparadies...

Condrieu La Doriane 2024