Die Top-Cuvée aus den ältesten Reben, benannt nach der Tochter des Winzers, gibt es nur in vollreifen Jahren, weil es so ein Powerteil sein soll. Bisher in 2018, 2020 und 2022. In Mercurey ist die Monopollage Clos Marcilly das Aushängeschild des Weingutes. Es ist einer der drei ersten, ursprünglichen 1ers Crus dieser Gemeinde, auch hier uraltes Terroir. In 2011 von der Domaine grunderneuert, mit absolutem Spitzen-Rebmaterial, alles mit State-of-the-art-Chardonnay und -Pinot Noir bestockt. Der Clos Marcilly hat die typischen Lehm-Kalk-Mergelböden der Cote Chalonnais und vereint eine spielerische Eleganz und gewaltig viel Druck und Struktur in sich, das die Weine beizeiten an Crus der Cote d’Or erinnern. Im Weinberg werden keinerlei Herbizide oder Fungizide von der Domaine eingesetzt. Vergärung und Ausbau geschehen in traditionellen burgundischen Fässern mit eher geringen Neuholzanteilen. Ein klassischer Low-Intervention-Ansatz. Dass in Mercurey extrem gute Weißweine wachsen können wissen wir nicht zuletzt dank Bruno Lorenzon oder Philippe Menand, auch Saint Genys keltert hier Côte d'Or-Niveau. Schon die Nase verblüfft mit viel Druck bei gleichzeitiger Feinheit, weißer und gelber Pfirsich überschlagen sich, aber alles ist sehr ruhig und getragen. Der Mund läuft auf einem Chassis aus Kreide und Meersalz, tief und satt breitet sich die weißgelbe Frucht auf der Zunge aus, bleibt dabei stets lebhaft und verspielt, Orangenblüten und Minze kommen darunter. Der 2022er ist enorm konzentriert, raumgreifend, sehr fest in seinem Kalksteinausdruck, schöner Tanninbiss. Der Mineralabdruck ist beeindruckend für die Cote Chalonnaise. Gerne aus großen Gläsern genießen und ein bisschen Zeit lassen, dann blüht er richtig auf. Ein grandioser Chardonnay.