Der Wein stammt von über 40 Jahre alten Reben, die Philipp Wittmann grünveredelt hat. Es war schon immer Spätburgunder, allerdings alte deutsche Freiburger-Klone, diese hat Philipp dann auf eine Top-Selektion Massale aus dem Burgund gepfropft. Alles Pinot très fin, winzige Erträge. Es sind nur drei bis vier Barriques. Somit haben wir jetzt mega Genetik mit alten Wurzeln. Ein extrem kalksteinreicher Weinberg. Auch Gesine Roll von Weedenborn und KP und Felix Keller haben Burgunder in der Lage und sie kristallisiert sich immer mehr zum Hotspot für Burgundersorten in Westhofen heraus. Nach einigen Tagen Kaltmazeration, startet die Spontangärung in Edelstahl, komplett entrappt. Der Ausbau erfolgt dann in burgundischen Pièce für rund ein Jahr, kein Neuholz, nur zweite und dritte Belegung. 2024 ist ein Spätburgunder-Jahrgang, der mir in Rheinhessen sehr gut gefällt. Er ist klassisch, kühl und relativ schlank, hat aber oft sogar mehr Substanz als 2023. Kühle, dunkelrote Kirsche, aufgewühlte Erde, Kakaopulver, auch dunklere Würze mit Pumpernickel und etwas Süßholz. Er ist kühl und geschliffen, auch im Mund, sehr fokussiert, cremige Schwarzkirsche, zarte Bitterschokolade. Das Spätburgunder-Projekt ist noch relativ klein bei Philipp Wittmann, er kann da mit seinem riesigen Team sehr präzise lesen und sortieren, dann passt einfach alles. Spätburgunder ist bei Wittmann immer noch eine Boutique-Geschichte, sehr wenig Menge und nie in dem Maßstab wie Riesling, aber eben mit demselben Anspruch und Handwerk. Und 2024 finde ich noch stärker als 2023, sowohl aufgrund des Jahrgangs, aber auch weil Philipp jedes Jahr noch einen Ticken mehr rausholt.