Der Grand Sélect entsteht auch beim Pinot Noir erst nach langer Reife im Fass. Die Trauben stammen überwiegend vom Bisamberg, mindestens 40 Jahre und ältere Reben. Rund 30 Prozent Ganztrauben, mehr als drei Wochen Mazeration und die schonende Pressung über die Korbpresse geben dem Wein Struktur, ohne ihn massiv werden zu lassen. Der Neuholzanteil liegt bei gut 20 Prozent und damit bewusst moderat. Nach 18 Monaten auf der Hefe folgt dann die eigentliche Selektion. Fass für Fass wird entschieden, welche Partien die größte Feinheit, Länge und Tanninqualität zeigen. Gerade die größeren Fässer landen dabei häufig im Grand Sélect, weil sie weniger Holzprägung und mehr Transparenz bringen. Der Grand Sélect ist also nicht die kraftvollste Partie, sondern die feinste. Die Nase ist entsprechend elegant und ziemlich burgundisch. Sauerkirsche, Himbeere und Walderdbeere, dazu etwas Hagebutte, Veilchen und feine Kräuterwürze. Dahinter nur ein Hauch Holz, etwas Orangenzeste und eine kühle, steinige Note. Sehr klar, sehr ruhig, nichts wirkt überladen. Am Gaumen zeigt er dann, warum diese Fässer ausgewählt wurden. Saftig und lebendig, aber gleichzeitig feinmaschig und straff. Das Tannin ist präsent, enorm fein und lang gezogen. Rote Kirsche, Hagebutte und etwas herbe Kräuter treffen auf kühle Mineralität und einen sehr präzisen Säurezug. Im Finale wird er immer feiner und länger. Ein sehr eleganter, burgundisch gedachter Pinot Noir, der seine Größe nicht über Kraft, sondern über Tanninqualität, Länge und innere Spannung zeigt. Genial!