Schon der Einstieg in die faszinierende Blaufränkisch-Welt von Hannes Schuster ist eine echte Ansage! Denn auch beim vermeintlich kleinen Burgenland-Blaufränkisch wird mit derselben Akribie gearbeitet wie bei den großen Orts- und Lagenweinen. Die Trauben stammen aus St. Margarethen, Müllendorf, Zagersdorf, Donnerskirchen und Schützen am Gebirge. Ein bunter Mix unterschiedlichster Terroirs, von tiefgründigem Lehm über sandige Böden bis hin zu Kalk und Schiefer. Überwiegend jüngere Reben, teilweise aber auch bereits bis zu 30 Jahre alte Stöcke. Die Extraktion erfolgt hier besonders schonend, um die Tannine möglichst fein und geschliffen zu halten. Anschließend 14 Monate Ausbau in gebrauchten Holzfässern. Und das Ergebnis ist einfach grandios! Schon die Nase ist herrlich kühl, duftig und ungemein einladend. Saftige Sauerkirsche, reife Preiselbeere, rote Johannisbeere und etwas Brombeere, dazu feine Kräuterwürze, ein Hauch dunkler Kakao und diese subtile, rauchig-steinige Mineralität. Alles wunderbar präzise, nichts ist laut oder überladen. Am Gaumen dann eine regelrechte Frischeexplosion! Knackige rote Kirsche, dunkle Waldbeeren, etwas Schlehe und eine feine, fast pfeffrige Würze. Die Frucht ist saftig und glasklar, die Säure herrlich animierend. Dazu kommt dieser unglaublich feine, geschliffene Gerbstoff, der dem Wein genau die richtige Portion Grip verleiht, ohne auch nur im Ansatz sperrig zu wirken. Im langen Nachhall wieder kühle Kirschfrucht, etwas Rauch und eine feine, salzige Steinigkeit. Das ist so wunderbar leichtfüßig und elegant, dabei mit erstaunlicher Tiefe und richtig viel Zug! Ein Blaufränkisch mit burgundischer Finesse und unverkennbarer burgenländischer Würze. Schon jetzt herrlich zugänglich, aber keineswegs banal. Was für ein Trinkfluss, was für eine Qualität bereits in der Basis! Hannes Schuster zeigt einmal mehr, dass große Weine nicht zwingend große Etiketten brauchen.