Weingut Nittnaus: Blaufränkisch Ried Jungenberg 2021

Weingut Nittnaus: Blaufränkisch Ried Jungenberg 2021

BIO

Neu

Zum Winzer

Blaufränkisch 100%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2041
strukturiert
pikant & würzig
Lobenberg: 97–98/100
Suckling: 97/100
A La Carte: 98+/100
Falstaff: 97/100
Jancis Robinson: 18/20
Österreich, Burgenland
Allergene: Sulfite
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Blaufränkisch Ried Jungenberg 2021

97–98
/100

Der Jungenberg gehört zu den großen Blaufränkisch-Lagen am Leithaberg und ist genau die Art Herkunft, an der man versteht, warum diese Rebsorte hier Weltklasse kann. Schiefer pur, dazu die warme pannonische Reife rund um Jois, aber eben immer mit diesem kühlen, steinigen Gegenpol. Genau darauf zielt Nittnaus: nicht maximal dunkel, massiv oder extrahiert, sondern Blaufränkisch mit Tiefe, Energie und Herkunft. Ausbau für über zwei Jahre in 500-Liter-Fässern und 2021 kommt jetzt schon ganz langsam in eine richtig schöne erste Trinkphase. Die jugendliche Strenge beginnt sich zu lösen, die große Spannung bleibt. Schon die Nase ist ziemlich dunkel und tief, aber nie fett. Schwarzkirsche, Brombeere und etwas Cassis, dazu Zwetschge und eine leicht säuerliche Kirschfrische. Dann kommt immer mehr Würze durch: Veilchen, Lakritz, dunkler Tabak, schwarzer Tee und getrocknete Kräuter. Darunter diese rauchig-kühle Schiefernote, fast ein bisschen Gesteinsabrieb. Genau das verhindert jede Süße in der Frucht und gibt dem Jungenberg seinen markanten, fast etwas herben Charakter. Dunkel ja, warm und breit überhaupt nicht. Im Mund dann verblüffend fein. Da ist ordentlich Substanz und Druck, aber alles läuft über dieses ultrafeine, inzwischen wunderbar geschliffene Tannin. Sauerkirsche, Cassis und Brombeere, dazu eine saftige, fast elektrisierende Säure. Der Wein schiebt, bleibt aber immer auf der eleganten Seite. Schwarzer Tee, dunkle Kräuter, etwas Erde und diese kühle Schieferwürze bauen im Mittelmund immer mehr Spannung auf. Und hinten raus zieht sich der Jungenberg richtig zusammen. Die Frucht wird säuerlicher, das Tannin griffiger, dazu kommt immer mehr Salz und Stein. Sehr lang, sehr gerade, sehr präzise. Das ist großer Blaufränkisch mit Kraft kommt aus der Tiefe und der mineralischen Spannung, nicht aus Masse oder Alkohol. Schon jetzt erstaunlich harmonisch, aber ganz sicher noch lange nicht am Ende. Ein echtes Leithaberg-Statement!

97
/100

Suckling über: Blaufränkisch Ried Jungenberg

This great blaufrankisch is like a prophet in the wilderness. A very dark, very tight nose with haunting, savory slate nuances. Sleek, focused and precise, it’s still so young that you’ll need patience (decanting and big glasses are essential). Stacks of superfine tannins drive this over the palate and into the rosy dawn. From biodynamically grown grapes with Respekt certification. Drinkable now but best from 2026.

Verkostungsnotiz
98+
/100

A La Carte über: Blaufränkisch Ried Jungenberg

tiefdunkler Kern, ausgeprägtes, komplexes Bukett, Schwarzkirsche, Bitterschokolade, Verbene, Zedern, körperreich, straff und lebendiger, fruchtig unterlegter Trinkfluss, feinstes Tannin, Kakao und Cassis im Nachhall, Riesenpotenzial

97
/100

Falstaff über: Blaufränkisch Ried Jungenberg

Kräftiges Rubingranat, violette Reflexe, breitere Ockerrandaufhellung. Feine Kräuterwürze, dunkle Kirschen, etwas Brombeerkonfit und Lakritze, zarter mineralischer Touch. Saftig, rund und elegant, reife Johannisbeeren, Nuancen von Extraktsüße, frisch strukturiert, seidig und lange anhaftend, bereits gut antrinkbar, mit weiterem Reifepotenzial ausgestattet.

18
/20

Jancis Robinson über: Blaufränkisch Ried Jungenberg

Tasted blind. This wine took my breath away – my favourite wine of the whole blind tasting of Blaufränkisch. The nose is mesmerising, fruit and flowers spilling out of the glass. Cherry and orange and sumac. Bursting with tangy, tart fruit and an underline of pencil. So supple and lithe. Alive with roses, oranges, orange blossom and white pepper. This is stunning.

Mein Winzer

Nittnaus

Man kann über das moderne Burgenland eigentlich kaum sprechen, ohne irgendwann bei Nittnaus zu landen. Die Familie baut seit 1684 in Gols Wein an, vor allem Hans und Anita Nittnaus haben dem Betrieb aber ab den 1980er Jahren eine Richtung gegeben, die weit über das eigene Weingut hinaus gewirkt hat.

Blaufränkisch Ried Jungenberg 2021