Es ist eine hochgelegene Terrassenlage am Waldrand von Nieder Hilbersheim – kühl, zurückhaltend, aber mit umso stärkerem Charakter. Erstmals erwähnt wurde sie im Jahr 1362. Ihre Ausrichtung von West bis Nordwest sorgt für kühle Luft und langsame Reife. Das Klima bleibt selbst in warmen Jahren ausgeglichen. Gelesen wird spät. Den Boden prägen Kalk und Tonmergel, durchsetzt von Eiseneinschlüssen. In der Tiefe finden sich Quellen, die die Reben mit Wasser versorgen. Spontane Vergärung und Ausbau in Stück- und Halbstückfässern. Wir haben uns nach der Probe zwischen dem Steinacker und dem Hundertgulden für den Steinacker entschieden, weil er die größere Spannung im Mund hat. Es ist ein faszinierend straffer und kühler Riesling. Der Kontrast aus der recht kühlen Lage und dem warmen Jahrgang gibt dem Steinacker GG 25 diese zupackende Vibration im Mund. Dabei eröffnet er zunächst subtil, mit leicht rauchiger, kalkiger und feuersteiniger Aromatik und einem Hauch Zitruszesten. Erst im Mund kommt die Offenbarung. Da zieht die salzige Mineralität an den Papillen, stromlinienförmig definiert, glasklar, fokussiert und mit unbändigem Vorwärtsdrang. Der gekonnte, aber dezente Holzausbau gibt diesem Mineralkracher den nötigen Schmelz. Das passt schon verdammt gut zusammen. 2025 war ein ganz großes Jahr für Rheinhessen.