Der Mandelgarten ist sicherlich der beeindruckendste Pinot von Vincent Eymann. Gleich im ersten Ansatz einer dieser seltenen deutschen Pinots, die einen sofort in ihren Bann ziehen, nicht durch übermäßige Schwere oder Konzentration, sondern vielmehr wegen der vibrierenden Energie, Tiefe und einfach ordentlich Ernsthaftigkeit. Eymanns Weinberg an sich liefert dafür das perfekte Fundament: südlich von Gönnheim, ein sanft fallender Südhang, geprägt von schwerem, wärmespeicherndem Löss. Die extrem dichte Bepflanzung mit 10.000 Reben pro Hektar bringt eine ungewöhnliche Konkurrenzsituation in den Weinberg – die Stöcke wurzeln tiefer, arbeiten härter, ergeben winzige Erträge von enormer Konzentration. Spontane Maischegärung mit einem deutlichen Anteil Ganztrauben, anschließender Ausbau in Barriques und Tonneaux aus französischer Eiche. In der Nase unglaublich fein und gleichzeitig druckvoll. Würze von schwarzem Pfeffer, Wacholder und Piment, getrocknete Kräuter, dann viel schwarze Kirsche, dunkle Himbeernoten, Brombeere, alles kühl und tief verankert. Keine breite Frucht, sondern eine präzise, schneidende Aromatik, die sofort an große, sehnige Burgunder erinnert. Am Gaumen hebt er sofort ab – straff und mit einer strahlenden, glockenklaren Säure, die die Kirschfrucht in perfekte Form bringt. Die Tannine sind federleicht und doch messerscharf definiert, nahezu pudrig, unglaublich fein verwoben. Es ist dieser Kontrast aus Dichte und Leichtigkeit, aus Konzentration und schwebender Eleganz, der den Mandelgarten so unverwechselbar macht. Im Abgang baut sich nochmal eine stille Wucht auf: lang, mineralisch, salzig, mit einem enormen innersinnigen Druck, der erst ganz zum Schluss in eine vibrierende Kräuterwürze übergeht. Die Vitalität ist fast irre, der Nachhall bleibt minutenlang präsent. Ein präziser, kraftvoller, tiefensatter Pinot Noir mit echter Größe und grandiosem Zukunftsversprechen. Einer der wenigen pfälzer Pinots, die die internationale Benchmark ernsthaft mitbestimmen.