Die Weinreben sind über 50 Jahre alt, Süd-Exposition auf reinem Muschelkalk, Dichtpflanzung von teils bis zu 7000 Stöcken auf dem Hektar. Eigentlich wollten Mays das Thierthal als Große Lage etablieren, was aktuell aber noch nicht genehmigt wurde. Daher ist es jetzt ihre Top Erste Lage, sie haben dort Silvaner und Chardonnay. Der anschließende Ausbau erfolgt im neuen Stückfass aus Spessarteiche von 400-jährigen Bäumen, die Rudolf May mit dem Fassbauer Aßmann und einem Förster der Gemeinde selbst aussuchen konnte. Er liegt zwei Winter im Stückfass, also über 15 Monate. Zudem liegt er über ein halbes Jahr länger auf der Hefe im Fass und wird später abgefüllt und erst ein Jahr später released. Abfüllung dann im März 2026. Wie bei einer großen Reserva von Tondonia gehen wir nicht zu mehr Lautstärke, sondern zu noch mehr Finesse und Ruhe durch den längeren Ausbau. Er hat einen schicken Holzschmelz, geht etwas in Richtung eines großen Chardonnays mit dieser feinen grünlichen Spannung und leichten Fassreduktion. Unfiltrierte Abfüllung im März 2026. Im Gegensatz zum kargen Langenberg ist der Thierthal der reichere, üppigere Silvaner, der schmelziger und kraftvoller auf die Zunge kommt. Cremige Quittenfrucht, grüne und gelbe Birne, Zitronengras, Eisenkraut, Menthol. Diese minzig-mentholige Frische lässt den tiefen, satten Körperbau leichter über die Zunge gehen als er ist, wunderbar seidiger Trinkfluss. Tolle Salzigkeit, die die Lippen belegt. Der Wein hat enormes Potenzial für eine lange und harmonische Entwicklung auf der Flasche, weil er so balanciert und in sich ruhend ist.