Rings: Syrah 2023

Rings: Syrah 2023

BIO

VDP

Zum Winzer

Syrah 100%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2053
pikant & würzig
strukturiert
Lobenberg: 96–97+/100
Deutschland, Pfalz
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Syrah 2023

96–97+
/100

Wenn Andi und Steffen Rings einen Syrah auf den Tisch stellen und sagen: »Die großen Syrah der nördlichen Rhône sind unsere Vorbilder«, dann sollte man das absolut ernst nehmen. Für Syrah gibt es gewisse Benchmarks, und ganz oben steht nun mal Côte-Rôtie, Hermitage, Cornas. Die Rings-Brüder haben genug davon getrunken, um genau zu wissen, wohin die Reise gehen soll. Gleichzeitig sind das Pfälzer Jungs, die ihre Herkunft niemals verkleiden würden. Also kein Rhône-Plagiat, sondern ein Syrah mit klarem Blick nach Frankreich und fester Verankerung in Freinsheim. Die Reben wurden bereits 2003 in der Lage Kreuz gepflanzt, dort wo auch die legendäre Bordeaux-Cuvée wächst. Französische Genetik auf Kies- und Sandböden, komplett als Ganztraube vergoren. Der Ausbau erfolgt über 20 Monate, zur Hälfte im Beton-Ei, zur Hälfte in Barriques. Keine Schönung, keine Filtration. 2023 war bei Rings vielleicht der beste Jahrgang überhaupt für die internationalen Rebsorten: extrem hohe Reife, aber mit grandioser Aromatik, Frische und Präzision. Schon die Nase ist tief, dunkel und elektrisierend. Brombeere, Schwarzkirsche, Holunderbeere und dunkle Zwetschge, dazu Veilchen, Lavendel, Rosmarin und zerstoßener schwarzer Pfeffer. Dann kommen geräucherter Speck, kalte Feuerstelle, Graphit, Feuerstein und ein Hauch Zigarrenkiste. Diese Ganztraubenvergärung bringt genau den richtigen grünen Nerv: etwas Olivenblatt, Lorbeer, gegrillte Pimientos de Padrón, vielleicht ein Hauch Wacholder. Aber nichts Unreifes, nichts Hartes. Alles ist perfekt eingebunden, reif, würzig und dunkel vibrierend. Schwarz, aber nicht laut. Wild, aber nicht rustikal. Blind wäre man sehr schnell an der nördlichen Rhône, aber der Wein bleibt eben doch klar Rings. Am Gaumen ist der Syrah 2023 saftig, druckvoll und fast fleischig, ohne je schwer zu werden. Schwarze Beeren, konzentrierte Kirsche, Zwetschge, Cassis und etwas Oliventapenade schieben in die Mitte. Dazu getrocknete Kräuter, Pfeffer, dunkle Erde und ein Hauch Bitterschokolade. Die Tannine sind seidig, engmaschig und geschliffen, aber mit sattem mineralischen Grip im Nachhall. Unter der Frucht spannt sich ein salziger, dunkler Steinbogen, der dem Wein Tiefe und Länge gibt. Der leicht animalische Einschlag bringt Charakter und Energie, bleibt aber immer nobel und kontrolliert. Was für eine Balance! 2023 hat die perfekte Reife, aber eben auch diese kühle, würzige Frische, die großen Syrah so faszinierend macht. Inspiriert von der Rhône, aber mit klarer Handschrift aus Freinsheim. Ein Pfälzer Syrah mit Kultpotenzial, dunkel, würzig, saftig, steinig und absolut stark.

Jahrgangsbericht

Der einzigartige Jahrgang 2023 gilt in Deutschland als spektakulärer Quantensprung voller Harmonie. Die Weine vermählen die dichte Textur warmer Jahre mit der rassigen Frische kühler Saisons. Das Ergebnis sind ungemein saftige Rieslinge mit glasklarem Terroircharakter und einem schier unendlichen Trinkfluss.

Mein Winzer

Rings

Seit 2008 sind die beiden jungen Brüder Steffen und Andreas Rings für das elterliche Weingut verantwortlich. Es folgte ein kometenhafter Aufstieg, ähnlich dem von Kai Schätzel, der 2015 in der VDP-Mitgliedschaft seinen zwischenzeitlichen Höhepunkt fand.

Syrah 2023