Remelluri – Telmo Rodriguez: Yjar 2022
- Tempranillo 40%, Garnacha 30%, diverse autochthone Reben 20%, Graciano 10%
- rot, trocken
- 14,5% Vol.
- Trinkreife: 2030–2066
- Verpackt in: 3er OHK
- seidig & aromatisch
- tanninreich
- voluminös & kräftig
- Lobenberg: 100/100
- Parker: 97/100
- Suckling: 98/100
- Jane Anson: 98/100
- Decanter: 98/100
- Colin Hay: 97/100
- Weinwisser: 96–98/100
- Galloni: 96/100
- Spanien, Rioja, Rioja Alavesa
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur: Bodegas Remelluri, Carretera de Labastida-Ribas de Tereso, 01330 Labastida (Alava), SPANIEN
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Heiner Lobenberg über:
Yjar 2022
/100
Die besondere Einzellage »Yjar« besteht aus dem zentralen, reinen Kalksteinplateau mitten im Weingut Remelluri, zwischen der Kapelle und dem Friedhof des Weinguts. Aufgrund der besonderen Art dieses begrenzten Einzellagen-Terroirs war der Wein nie Bestandteil des normalen Remelluri, reiner Kalkstein ist eben ganz eigen in der Finesse. Eine separate reine Einzellage mit etwas Lehm-Sand-Auflage. 3,8 Hektar kalkig alkalischer Boden mit uraltem Buschwein in Hochlagen von 600 bis 800 Höhenmetern ist vor 50-60 Jahren als gemischter Satz aus Tempranillo, Graciano, Garnacha, Granegro und Rojal angelegt worden. Diese Einzellage hat mit Remelluri im Grunde wenig zu tun und ist überhaupt nicht vergleichbar mit dem Remelluri Reserva Classico oder dem Topwein »Grand Vin« des Hauses. Es gibt jährlich etwa 8.000 bis 10.000 Flaschen aus ultra kleinen Erträgen. Biologische Weinbergsarbeit. Ein Team der erfahrensten Winzer geht während der Lese durch die Weinberge und holt die Trauben der besten Reben, wie erwähnt eben ein gemischter Satz aus zum Teil unterschiedlichen Reifezuständen ein. Diese Trauben liefern ein besonderes Charaktermerkmal, im Grunde das Gleiche, was Telmo Rodriguez aus seinem Las Beatas in der Moderne vorexerziert hat. Die Ernte wird als Ganztrauben, also mitsamt der Stiele, vorsichtig mit Füßen getreten, zum Teil auch gepresst, danach ohne Rappen spontan vergoren, der Ausbau geschieht in überwiegend gebrauchten Barriques, Tonneaux und Foudres. Die Intensität und vor allem die Eleganz ist so viel höher als im La Granja, aber auch etwas wilder und mit Absicht unzivilisierter, das macht den Wein so aufregend und spannend. Yjar wurde das erste Mal 2017 als Einzellagen Wein gemacht. Der Wein steht in mittlerem, leuchtendem Rubinrot mit etwas Violett im Glas. Die Nase ist im ersten Moment von puristischer, vibrierend klarer Frucht geprägt: Reife Schwarzkirschen, Brombeeren und schwarze Johannisbeeren, Hibiskus auch getrocknete Blaubeerschalen. Im nächsten Moment explodiert er geradezu in seiner Vielschichtigkeit. Hammer! Viele verführerische erdige Aromen wie Trüffel, Kakao, warmes Kerzenwachs, süßer Tabak, schwarzer Pfeffer, etwas Vanille, süße braune Gewürze und ein Hauch würzig-süßer Balsamico. Mineralisch läuft der Stoff auf zerschlagenem Stein und Granit in Reinform. Im Mund baut der Yjar eine gnadenlose Spannung auf der Zunge auf. Geschliffene, seidige, feine Tannine. Frische, perfekt reife Sauerkirsche und Cassis mit harmonischer Säure, die an rote und schwarze Johannisbeeren erinnert. Das Spiel der vielschichtigen Würze auf der Zunge ist atemberaubend: Etwas Piment, langer Pfeffer, weißer Pfeffer und ein ganz kleiner Hauch Chilli. Der Holzausbau ist perfekt integriert. Mind blowing! So eine wunderbare Verführung. Vielleicht doch eher sogar Pomerol als Saint Emilion, irgendwo zwischen Clinet und Trotanoy. Auf jeden Fall ein unglaublicher Wein und viel verspielter und finessereicher als jeder andere Wein von Remelluri oder gar Tondonia. Weder old-fashioned noch totale Moderne, aber wenig Holz und mehr Frucht und Finesse. Etwas Ygay Gran Reserva mit Pomerol-Einflüssen. Ein Meilenstein der Feinheit in der Rioja und ein Wein, dessen Komplexität und famoses Spiel mit der Frische schlichtweg atemberaubend ist. Habe ich schon mal besseren jungen Rioja probiert? Das schlägt in meiner Empfindung sogar Telmos Las Beatas ider Artadis Pison. Schlichte Perfektion!
Jahrgangsbericht
Der Ausnahme-Jahrgang 2022 gilt in Spanien als historischer Meilenstein. Trotz Rekordhitze bestechen die Weine dank kühler Sommernächte mit verblüffend tiefen pH-Werten, spektakulärer Säurefrische und seidigen Tanninen – eine grandiose, perfekt balancierte Dichte auf Augenhöhe mit dem großen Bordeaux-Jahrgang.
/100
Parker über: Yjar
The 2022 Yjar comes from a warm and dry year and was made with grapes from old vines planted with a massal selection of Tempranillo, Garnacha, Graciano and others. It fermented in small open-top oak vats with indigenous yeasts and matured in foudres and barrels of different sizes for 30 months. It's surprisingly fine and elegant, not showing any heat or ripeness, coming through as very harmonious and fresh. It's fine-boned and balanced, with 14% alcohol, a pH of 3.72 and 5.08 grams of acidity, and it has very fine, elegant tannins. It keeps its quality in a super difficult vintage like 2022. 7,880 bottles produced. It was bottled in June 2024.
/100
Suckling über: Yjar
Dark berries, blueberries, dried flowers and aromatic herbs. This has the precise tannins characteristic of the place, focused and chalky with a saline touch, enticing. Chalky, with fruit. Saline on the finish. Drink now.
/100
Jane Anson über: Yjar
This wine is now firmly on the global radar, and continues to be one of the highlights of my tasting calendar. Restrained, understated, mouthwatering, precise, vivid raspberry and redcurrant fruits, anis, black tea, lavender, poised, drawn out and just an utterly brilliant wine that is worth talking about. Telmo Rodriguez is winemaker of this 3.8ha plot set within his family Remelluri estate in the foothills of the Sierra de Toloño, Rioja Alavesa.
/100
Decanter über: Yjar
This vintage of Telmo Rodríguez flagship single-vineyard Rioja stands out for its incredible purity of fruit and remarkably well-built structure, anchored by gossamer tannins, vivid yet soft acidity and poised minerality. A true accomplishment, especially in a challenging vintage in which drought accelerated the growing cycle. Very complete, balanced and fluid, with a mellifluous core of cherry, sloe and mulberry lined with graphite, tobacco leaves and Oolong. Fine rim of pink pepper, Himalayan salt and nutmeg. A mischievous touch of chalk adds liveliness and texture. This will age beautifully - but it's hard to resist the temptation of a closed bottle. An irresistible, alluring classic.
/100
Colin Hay über: Yjar
Open and expressive, opentextured too with very gracious finegrained tannins and plenty of layering. A little sweet spice; a hint of candlewax; a delicate wild floral and herbal note too; bright red and darker berry fruits, with almost a little pêche de vigne. Juicy, sapid, ample and with lovely engaging grippy tannins that really pixilate and delineate the midpalate. Lovely. Beautifully composed and very elegant.
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Weinwisser über: Yjar
Tempranillo, Garnacha, Graciano, Gran Negro und Rojal mit 14.5% Alkoholgehalt. Zartere Farbe. Duftig, delikat und feinfruchtig in der Nase, leicht reduktiv, sehr differenziert und klar. Saftig und elegant im Mund mit differenzierter, tiefer, delikater Struktur. Enorm vielschichtig und mit guter Weite. Nicht so üppig oder wuchtig, alles zeigt mehr das kalkige Terroir mit finessenreichen Gerbstoffen und elegantem Säurespiel. Ein langer, salziger und differenziert kühl gehaltener Rioja mit großartiger Distinktion.
/100
Galloni über: Yjar
The 2022 Yjar was aged roughly 30 months in foudres and barrels of varying sizes. Comprising Tempranillo, Garnacha, Graciano and other varieties from an old bush-trained vineyard in Labastida, it offers a complex, nuanced nose of cherry, dried flowers, balsamic tones, delicate oak and subtle blackberry. On the palate, it achieves a rare equilibrium between intensity and finesse, finishing long with incense and violet. Despite the warmth of the vintage, the tannins remain fine, supported by élevage yet never dominated by it. Its chalky mouthfeel speaks clearly of the site. A Spanish grand vin that comfortably converses with top Bordeaux while remaining deeply Riojan in spirit.
Remelluri – Telmo Rodriguez
Schöner als die Granja Remelluri am Fuße der Sierra de Tolono kann ein Weingut nicht liegen. Das Anwesen befand sich einige Jahrhunderte im Besitz eines Klosters, bevor der Baske Jaime Rodriguez Salis das Gut 1968 erwarb.