Die Trauben stammen zu 100 Prozent von eigenen Weinbergen, der Chardonnay wächst auf einem kiesig-steinigen Lehm-Kalkboden, also dichter Lehm über Kalksteinfels, im Schutz des Donnersberges. Ausbau zu rund zwei Dritteln in Edelstahl und ein Drittel im Holz, der BSA wird durchlaufen. In der Reserve-Linie sind wir jetzt bei rund acht Jahren Hefelager angelangt und der Sprung von der Traditionslinie mit rund 36 Monaten ist deutlich spürbar. Die Hefeprägung tritt noch viel stärker hervor. Wir liegen bei 3.5 g/l Dosage und rund einem Viertel Barrique-Ausbau des Grundweines. Heute werden viele Chardonnays zart und leicht ausgebaut, aber das will die Rebsorte gar nicht, wenn man sie im Weinberg sieht, so Jan Raumland. Und wenn man diesen Sekt im Mund hat, spürt man das. Wahnsinnig dicht und konzentriert, was für eine geniale Power. Duftige Zitrusfrucht, Orangenblüte, Grapefruit, Apfelblüten, Kalkstaub. Leicht rauchig unterlegte Kalksteinnoten, fast pfeffrig in seiner mineralischen Schärfe. Geschliffen und ausdrucksstark schießt der Chardonnay wie ein Pfeil über die Zunge, dann greift die Hefe wieder, dicht und würzig-komplex, salzig, mit einer schönen Cremigkeit im Abgang, die völlig ohne spürbare Süße auskommt. Aber der leichte Holzeinfluss, den der Chardonnay so sehr liebt, hilft hier sicher. Puristisch und doch vielschichtig, druckvoll und intensiv. Schlicht superb.