Der weiße Châteauneuf Cuvée Réservée kommt von ungefähr einem Hektar Rebfläche. Sandig, lehmige Böden mit teilweise Kieselauflagen. 60 Prozent Clairette, 30 Prozent Grenache Blanc, ein kleiner Anteil Bourboulenc sowie Roussanne. Der Weingarten wird seit nunmehr 2 Jahren vom österreichischen Winemaker Andreas Lenzenwöger komplett biodynamisch bearbeitet. Dieser Wein wird als Ganztraube abgepresst, zügig innerhalb einer Stunde. Also keine Maischestandzeiten. Dann spontan vergoren im Stahl, er bleibt danach auch im Stahltank. Wird bis April auf der Vollhefe belassen, um ein bisschen mehr Fülle zu bekommen. Das Geheimnis dieses Weines, der sich in den letzten Jahren so dramatisch verbessert hat, ist aber die Weinbergsarbeit. Kurz geschnittene Triebe, aber dennoch insgesamt viel Laubwand und dadurch eine hohe Beschattung der Trauben. Alles arbeitet daraufhin, dass die Weine nicht zu wuchtig werden. Auch die malolaktische Gärung wird durch Kälte unterbunden, um mehr Pikanz zu bewahren. Der 2024er erinnert in seinem gesamten Auftreten an die 2021er und auch an 2014, also kühlere Jahre. Anfang September geerntet, also etwas später als in den Vorjahren, da die Reife sich doch etwas hingezogen hat. Ob man nun vollreife Jahre wie 2023 und 2024 oder die knapp an der Reife wie 2024 oder 2021 für die Weißen, ist natürlich Geschmackssache, allerdings sind niedrigere pH-Werte für die Weißen der Rhône nie verkehrt, das bringt einfach mehr Spannung in die Weine und hält sie auch etwas länger jung in der Regel. Es ist wirklich erstaunlich, dass die weißen 2024er fast eine reduktive Spannkraft mit sich bringen, die es an der Rhône in der Form nicht so oft gibt. Das ist schon ziemlich kühl im Ausdruck, mit feiner weißer Frucht, Litschi, Sternfrucht, weißem Pfirsich, nichts Überbordendes, sondern alles sehr sleek und geschliffen. Sehr eleganter und spritzig-frischer Antrunk, feinziseliert und mit leichter Muschelschalenmineralität unterlegt. Ganz hinten im Finale etwas Orangenblüte mit Bitterlemon. Für Châteauneuf wirklich verblüffend straff und athletisch gebaut. Die Weißen von Pegau sind in den letzten Jahren wirklich eine Bank, sie werden immer noch von Jahr zu Jahr besser, obwohl sie schon so lange vorne dabei sind. Perfekt ausgewogen im Mund, springt von frisch-fruchtigen Agrumen über salzigen Kalkstein und wieder zurück zu Ingwerschärfe mit weißem Pfeffer. Ein Wein, der Kraft und Druck hat und trotzdem fein, filigran und beschwingt ist. Konzentrierte Finesse! Erneut herausragend und ein veritabler Nachfolger für den grandiosen 2021er.