Scinniri ist der Einstieg in die faszinierenden Weine von Passopisciaro. Der Rosso wird aus einem Rebsorten-Blend aus Nerello Mascalese, Petit Verdot und Cesanese d’Affile gemacht. Die 20 bis 100 Jahre alten Stöcke werden auf 500 bis 1.000 Höhenmetern des Ätna angebaut. Genau genommen ist der Wein sozusagen ein Zweitwein und eine Selektion der Trauben aus Einzellagen, die nicht separat abgefüllt wurden. Nach der Gärung im Stahltank wird der Wein ungefähr 10 Monate lang in großen Holzfässern ausgebaut. Ursprünglich war es ein Wein für die Freunde des Weinguts, aber inzwischen wird ein kleiner Teil auch an wenige Märkte verkauft – es gibt nur 5.000 Flaschen pro Jahr. Mittleres, leuchtendes Rubinrot. Was für eine wunderbar duftende Nase voll reifer wilder Waldbeeren, Schwarz- und Sauerkirschen, wilder Pflaumen sowie Blaubeeren. Eine etwas herbe Hibiskusnote sorgt für Frische, während zart rauchige Noten von Graphit und vulkanischem Gestein, angeflammtem Streichholz, Kerzenwachs und einem Hauch Schwarzkümmel mit schwebenden Veilchen changieren. Auch ein Hauch getrockneter Kräuter und wunderbar erdiger Noten kommt hinzu. Tiefdunkel und attraktiv würzig duftend – schon in der Nase verspricht der Stoff Trinkfreude! Der saftige Mundeintritt wird von cremigen, geschliffenen Tanninen begleitet, die sich beinahe unbemerkt mit jedem Schluck im Mund etwas vermehren. Der Wein hat eine wunderbare Frische, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt und die Frucht gemeinsam mit den herrlichen Tanninen über den Gaumen trägt. Die gemischten wilden Waldbeeren auf einer saftigen Nusstorte mit Zimt und warmen braunen Gewürzen gehen im Nachhall in eine Blaubeer-Veilchen-Kombi über. Dieser Wein bietet endlich die Möglichkeit, zu einem relativ erschwinglichen Preis einen Eindruck von der fabelhaften Qualität bei Passopisciaro zu bekommen. Hier entsteht die Qualität durch kompromisslose, ultrapenible Arbeit in den Weinbergen. Eine genial gute Ergänzung der hochwertigen Cru-Lagen von Passopisciaro und zudem Trinkfreude pur! Dieses Weingut verdient eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit und steht garantiert nicht im Schatten der berühmteren Tenuta delle Terre Nere.