Dieser 2015er wurde im Sommer 2026 aus dem kühlen Keller des Weinguts released, perfekt gelagert. Ein winziges Boutique-Weingut in Traben-Trarbach. Müllen heißt: fast alles Einzelpfahl, Schiefersteillagen, extreme Handarbeit, keineTechnik, keine Kompromisse. Familie Müllen bewirtschaftet rund 5 Hektar, davon sind 4 komplett in Einzelpfahl in extremer Steillage. Bei Müllens wird Wein gemacht wie vor über 100 Jahren, das heißt, alles wird auf alten Korbkeltern über 20 Stunden lang gepresst. Manchmal wird angequetscht vorher, manchmal nicht, je nach Jahrgang. Dann wird im alten Moselfuder spontan vergoren und lange auf der Hefe ausgebaut. Die Weine verschwinden nach der Abfüllung erstmal für einige Jahre im kühlen Keller der Müllens, bevor sie dann mit einigen Jahren der Reife auf den Markt kommen. Die Müllens lieben trinkreife, harmonische Weine, die ihre Lagerfähigkeit zeigen und nicht in der jugendlichen Frucht- und Schwefelphase getrunken werden sollten. Man hält hier auch an den traditionellen Prädikaten fest, auch für trockene Weine. Der Jahrgang 2015 brachte enorme Extraktwerte und eine knackige Säure mit sich. Die Auslese trocken ist durchgegoren auf etwas über 5 g/l Restzucker. Nach über 10 Jahren Flaschenreife präsentiert sich dieser Wein jetzt in voller Pracht. Ein komplexes und reifes Bouquet, das Zeit und Luft braucht. Es strömen Aromen von getrockneten Aprikosen, reifer Mirabelle, kandierten Zitrusschalen und Bienenwachs aus dem Glas. Dahinter liegt die typische Müllen-Stilistik: eine intensive, rauchig-würzige Schiefermineralität, ätherische Kräuternoten von Thymian und Salbei und ein Hauch von hellem Honig. Er besitzt einen enormen, stoffigen Extrakt und spürbaren Grip. Das ist kein Terrassen-Riesling, sondern ein Speisenbegleiter mit Format, wie man sie auch von Immich-Batterieberg kennt.