Der Pinot ist vielleicht der größte Charmeur innerhalb der neuen Reserve-Linie von Krack, ohne dabei auch nur ein Gramm an mineralischer Präzision einzubüßen. Eine Cuvée aus etwa gleichen Teilen Pinot Noir und Pinot Blanc, die sich gegenseitig perfekt ergänzen: Der Spätburgunder liefert die saftige, beinahe fleischige Frucht und eine feine Cremigkeit, während der Weißburgunder mit kühler, kalkiger Mineralität und straffer Struktur dagegenhält. Auch hier haben die Kracks dem neuen Jahrgang erstmals volle 36 Monate Hefelager spendiert, degorgiert wurde im Juli 2026. Der Ausbau erfolgt wie gewohnt überwiegend im Tonneau, das Holz bleibt dabei vollständig in die Struktur eingebunden. Bereits die Nase ist herrlich elegant und geschliffen. Fein reduktiv, etwas rauchig, mit kühler Steinigkeit und einer subtilen, kalkigen Würze. Dazu weiße Birne, knackiger Apfel, ein Hauch weißer Johannisbeere und ganz zarte Anklänge von roter Kirsche. Das erinnert in seiner feinen, reduktiven Art durchaus an guten Winzerchampagner, bleibt durch den Weißburgunderanteil aber wunderbar eigenständig. Am Gaumen zeigt sich die ganze Klasse dieser Cuvée: zupackend, salzig und mineralisch präzise, zugleich mit einer herrlich saftigen, fast schmelzigen Pinot-Frucht unterlegt. Die etwa drei Jahre Hefelager bringen zusätzliche Tiefe und eine wunderbar feine, cremige Textur, ohne die Spannung auch nur ansatzweise zu verwässern. Gerade die minimale Dosage von nur zwei Gramm pro Liter sitzt hier perfekt! Sie rundet die kalkige Strenge ganz dezent ab, lässt die Frucht etwas großzügiger wirken und verleiht dem Pinot eine beinahe gefährliche Trinkigkeit. Das Finale ist lang, feinwürzig und von kühler Salzigkeit getragen. Ein grandioser Drahtseilakt zwischen puristischer Mineralität, burgundischer Feinheit und saftiger Frucht. Enorm balanciert, herrlich geschliffen und einfach verdammt gut!,