Auch das Berntal erscheint erstmals als eigenständige Lage im Portfolio von Karsten Peter. Und schon nach wenigen Minuten wird klar, warum dieser Wein unbedingt separat gefüllt werden musste. Das Berntal liegt in Leistadt, praktisch Tür an Tür mit dem berühmten Felsenberg von Rings. Luftlinie vielleicht hundert Meter entfernt. Trotzdem besitzt die Lage eine völlig eigene Persönlichkeit. Das Mikroklima ist erstaunlich kühl, die Reife verläuft langsam und gestaffelt. Selbst innerhalb der Lage liegen zwischen oberem und unterem Teil oft mehrere Tage Lesedifferenz. Dazu kommt der rötliche Buntsandstein, der dem Wein seinen unverwechselbaren Charakter verleiht. Schon die Nase besitzt eine faszinierende Spannung. Reife Himbeeren, rote Kirschen und Hagebutte treffen auf eine leicht eisenhaltige, fast blutige Mineralität. Genau diese Kombination macht sofort neugierig. Dahinter kommen zerstoßener Stein, etwas schwarzer Tee und eine kühle Kräuterwürze. Nichts wirkt süß oder gefällig. Der Wein hat Ecken, Kanten und Charakter. Er fordert Aufmerksamkeit ein. Am Gaumen dann saftig, straff und voller Energie. Die Frucht bleibt rot und frisch, wird aber permanent von der griffigen Tanninstruktur und der kühlen Mineralität eingefangen. Das Berntal besitzt mehr Zug und mehr Gerüst als viele moderne Spätburgunder. Gerade das macht seinen Reiz aus. Die Säure verleiht zusätzliche Spannung, während der Buntsandstein diesen markanten, leicht eisenhaltigen Unterton liefert. Mit Luft gewinnt der Wein immer mehr Tiefe und Komplexität. Ein Pinot, der nicht über Charme oder Süße überzeugen will, sondern über Herkunft, Struktur und Spannung. Ein bemerkenswertes Debüt und eine Lage, von der man künftig sicher noch viel hören wird.