Wir haben den 2017er Inglenook Cabernet Sauvignon jetzt noch einmal als streng limitiertes Schatzkammer-Release bekommen – knapp zehn Jahre nach der Ernte und in einer Phase, in der er richtig anfängt zu liefern. Die Kraft des Napa Valley ist voll da, aber nichts wirkt schwer oder breit. Stattdessen: dunkle Frucht, kühle Frische, feiner Druck und eine Tanninstruktur, die sich jetzt zunehmend seidig in den Wein legt. Ein großer Rutherford Cabernet, der gerade seine erste ernsthafte Trinkreife erreicht und trotzdem noch jede Menge Zukunft vor sich hat. Die Nase ist tief und klassisch: schwarze Johannisbeere, Brombeere und dunkle Kirsche, dazu Veilchen, etwas Blutorange und feine Gewürzwärme. Mit Luft kommen Trüffel, dunkler Kakao, Lakritz und ein Hauch Minze mit feiner Zedernholzwürze dazu. Am Gaumen dann erstaunlich viel Zug. Die dunkle Frucht ist saftig und konzentriert, aber immer von einer kühlen, herben Frische eingefangen. Die Tannine sind noch präsent, wirken inzwischen aber deutlich feiner und geschmeidiger als in der Jugend. Alles sitzt straff, präzise und auf Spannung. Satte Cassis mit Maulbeere und kühler Minzfrische. Kein überreifer Napa-Stil, kein süßlicher Überschwang, sondern Power mit Kontur.,Jetzt beginnt genau die Phase, in der großer Cabernet richtig komplex wird: Die Primärfrucht ist noch glasklar, gleichzeitig kommen erste reife, würzige und erdige Noten dazu. Man kann ihn sofort mit großem Vergnügen trinken, gern mit etwas Luft, aber das lange, feste und würzige Finale zeigt sehr deutlich, dass hier noch viele Jahre Entwicklung drinstecken. Ein limitiertes Schatzkammer-Release mit perfektem Timing: jetzt erstmals richtig offen, aber noch lange nicht am Ende.