Der Weinberg des Röttgen liegt in Winningen, direkt am Fluss, auf verwitterten Schieferterrassen. Sehr steiniger, karger Weinberg, deshalb ist der Wein immer überaus mineralisch. Als vor knapp 200 Jahren zur Steinbeschaffung die Terrassen im Röttgen vom Koblenzer Militär gesprengt wurden, lag auf dem Feld nicht nur das Geröll vom verwitterten Felsen, sondern auch eine dünne Schicht Lösslehm, die sich hier über die Jahrtausende abgelagert hatte. Bei der Anlage der Weinberge wurde hierauf eine 0,5 bis 4 Meter hohe Schicht aus Schieferboden und Gestein aufgebracht. Der Sommer war relativ warm und zugleich mit ausreichend Regen, der dann im Herbst nochmal zulegte und einiges an Botrytis in den Weinbergen ausbrechen lies. Bei Heymann-Löwenstein gibt es seit vielen Jahren einen Sortiertisch, der war in 2025 natürlich sehr hilfreich. Die Botrytis wurde komplett rausgelesen, eine Heidenarbeit. Dadurch war der Ertrag sehr gering, lag bei nur 38 hl/ha im Betriebsschnitt, einfach weil so viel aussortiert werden musste. Der Röttgen 2025 sind nur zwei Stückfässer, was als GG-Material selektiert wurde. Der Röttgen ist ein wahres Powerteil in 2025, mit um die 100 Grad Oechsle gelesen, und das quasi botrytisfrei. Warmer Stein schiebt aus dem Glas, duftet leicht provencalisch wie der Rote Hang in Nierstein, das ist ein moselanisches Pettenthal. Dichte Birnenfrucht, Kaki, viel Quitte und auch etwas Mirabelle, feinste Bitterstoffe. Das ist kein expressiver Kracher, wie er eigentlich oft ist, sondern ein fast burgundischer Wein, der über seine runde, weiche und schmelzige Steinobst-Textur ein bisschen an Chardonnay erinnert.