Achkarren ist bei Franz Keller immer die kühlere, feinere und mineralisch zupackendere Seite des Kaiserstuhls. Grundsätzlich sind diese Weine rund um Oberbergen und Achkarren durch das vulkanische Terroir komplett eigenständig, sie haben eine ganz eigene Frucht, eine eigene Würze, eine fast archaische deutsche Pinot-Identität. Nirgendwo anders wirklich zu verorten, ein bisschen wie bei den besten Spätburgundern von der Ahr, nur eben mit Kaiserstühler Vulkan unter den Füßen. Der Achkarren Ortswein stammt etwa zur Hälfte aus jüngeren Reben des Schlossbergs, die andere Hälfte kommt aus der Ersten Lage Castelberg. Spontane offene Maischegärung, fast komplett entrappt, nur wenige perfekt reife Rappen werden per Hand am Sortiertisch ausgewählt. Der Ausbau erfolgt im Barrique mit rund 25 bis 30 Prozent Neuholz, auch weil hier einige abgestufte Fässer aus dem Schlossberg GG mit eingehen. Die Nase zeigt 2024 schon deutlich diese Schlossberg-Nähe. Etwas erwachsener, konzentrierter und extraktsüßer als man es auf Ortsweinniveau erwarten würde. Süße Kirsche, Sauerkirsche, rote Pflaume und ein Hauch Johannisbeere, dazu helle Nussigkeit, feiner Rauch, etwas Graphit und diese würzige, leicht staubige Mineralität vom Vulkangestein. Nichts Warmes, nichts Breitbeinigeres, sondern alles sehr präzise und kühl gehalten. Der Oberrotweiler wirkt daneben dunkler und wärmer, Achkarren kommt klarer, straffer, fast mentholig in seiner roten Frucht. Am Gaumen sehr fein und geschliffen, aber mit echtem Zug. Rote Kirsche, Sauerkirsche und ein kleiner Hauch Hagebutte laufen über eine zupackende, fast kreidige Vulkanmineralität. Das Tannin ist feinblättrig, seidig und doch präsent, es zieht den Wein wunderbar in die Länge. In der Mitte liegt diese verführerische Extraktsüße, aber die kühle Säure und der mineralische Grip halten alles perfekt auf Linie. Rauchige Würze, rote Frucht, etwas Salz und ganz feine Holzpolitur im Nachhall. Schon im Ortswein zeigt sich die elegante, glasklare Handschrift von Friedrich Keller. Ein Achkarrener mit Schlossberg-DNA, viel innerer Spannung und bemerkenswerter Länge.,