Die Trauben stammen aus den Ersten Lagen Güntherslay und Falkenberg, sowie Freudenburg. Schieferboden, Süd-Südwesthang. Alle Reben wurden von Philipp Kettern selbst gepflanzt. Langsame Spontangärung im 100 Prozent neuen Barriques, alles von Francois Frères. Klar ist Philipp Kettern Riesling-Winzer im Herzen, aber Chardonnay ist seine zweite große Liebe. Von Anfang an hat er geplant, auch große Chardonnays zu machen, das war immer sein Traum. Jetzt hat er mit Jahrgang 2023 das Projekt endlich gestartet. Das Holz ist extrem gut eingebunden, wird quasi komplett geschluckt, mehr sogar noch als beim Basis-Chardonnay, der nur 50 Prozent Holz hat. Grüne Quitte, reife Zitrusfrucht, sehr kompakt und in sich verwunden. Die Lippen werden salzig belegt, sehr fokussiert, straff, aber zu keiner Zeit karg. Mosel-Chardonnay ist natürlich etwas anderes als die vom Kalkstein. Wir sind noch rassiger und straffer, noch etwas pikanter in der Würze, auch etwas Anis und Kümmel sind darunter. Das sehr hochwertige Burgunder-Holz in Kombination mit dieser salzigen Schieferspannung ist schon etwas sehr Besonderes. Die Mosel kann den Weg weg von der extremen Rieslinglastigkeit durchaus gehen, aber Chardonnay braucht Top-Terroir und eine gekonnte Vinifikation, das schaffen noch nicht allzu viele an der Mosel. Aber der Weg wird geebnet von Könnern wie Philipp Kettern und Markus Molitor. Auf in die Zukunft!