Der Lieu-dit Saint-Joseph gehört in die sogenannte Sélection Parcellaires, also zu den besten Weinen von Ferraton. Es ist die mit Abstand berühmteste und beste Lage in Saint Joseph, alle Toperzeuger wollen hier etwas haben. Natürlich bei Ferraton biodynamisch. Die Exposition des Lieu-dit Saint Joseph ist Südost. Der Wein wächst zu 100 % auf Granit. 100 % Syrah oder Serine, wie die uralte kleinbeerige Form der Syrah hier genannt wird. 70 Jahre alte Reben. Lieu-dit Saint-Joseph ist sicherlich die bedeutendste und anerkannteste Lage in Saint-Joseph überhaupt. Reiner Granit, uralte Reben. Das ist der Kern von Saint-Joseph, diese Lage hat die Appellation so berühmt gemacht. Und es wird auch schnell klar, warum. Von den anderen Lieu-dits kommend, hat er die größte Selbstverständlichkeit. Er lässt keine Fragen aufkommen, zeigt keine Extreme, alles hat seinen Platz. Damien hat bereits Anfang August festgestellt, dass die Reife noch schneller voranschreitet als gedacht. Am Ende war 2025 fast so frühreifend wie 2003. Die Lese begann in Les Oliviers Blanc bereits am 19. August und die weißen wurden in den anschließenden Wochen durchgehend gelesen. Die Roten hat Damien noch etwas hängen lassen, um die einsetzenden Regenfälle Anfang September abzuwarten. Alles, was vor dem Regen gelesen wurde, ist hyperkonzentriert und sehr fest gebaut. Nach dem Regen gelesen waren die Trauben etwas eleganter, es gab mehr Saftausbeute, die Tannine sind etwas zarter ausgefallen. Es ist Damien Brissets 21. Jahrgang bei Ferraton, die Domaine kann von seiner riesigen Erfahrung profitieren, genau den richtigen Lesezeitpunkt in jeder Parzelle zu treffen. Und in den letzten Jahren wird er immer präziser. Er hat sein Team auf immer schnellere und fokussiertere Lesegänge eingestellt, teilweise wird 3-mal in derselben Parzelle gelesen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten, um noch mehr Komplexität zu erreichen. Das ist der Schlüssel wie man diese modernen Jahrgänge mit wirklicher Größe in den Keller bringt. Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Nichtsdestotrotz reiht sich 2025 in die Reihe der heißen Blockbuster wie 2022, 2023, 2019 etc. ein. Es ist ein enorm konzentrierter, reicher Jahrgang, dem Damien Brisset eine erstaunliche Eleganz entlockt hat. Das ist der mit Abstand, großem Abstand, feinste Wein in der Range bisher. Er übertrifft sogar die Hermitages in seiner Finesse. Das ist so ein grandioser, eleganter und geschliffener Wein, wie er 2025 absolut nicht einfach zu ernten war. Die dunkelrote Frucht verschmilzt mit pikanter Mineralität und seidigsten Tanninen zu einem hochfeinen Wunderwerk. Die Feinheit macht mich sprachlos. Das ist Weltklasse. *** Die Methode Ferraton folgt im Grunde immer einem ähnlichen Schema: Biodynamie in den Weinbergen mit sehr viel Handarbeit aufgrund des hohen Anteils an Steillagen. Für die Signature-Linie werden gekonnte Assemblages von den besten Parzellen zusammengeführt. Meist werden gewisse Anteile an Ganztrauben mitvergoren, wenn es die Lagen und der Jahrgang zulassen, so wie es passt. Die Signature-Linie steht für das Savoire-Faire des Hauses. Bei der Parcellaire-Linie hingegen werden nur Einzellagen abgefüllt, sowie alles vor der Gärung komplett entrappt, weil Winemaker Damien Brisset keinerlei Einfluss nehmen möchte, nur das Terroir soll sich unverändert ausdrücken. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Die Vinifikation erfolgt seit 2022 vollständig ohne Schwefelzugabe. Der Ausbau geschieht in Barriques und Demi-muids, sowie Stückfässern. Die Neuholzanteile sind stets gering, meist um 10 bis 20 Prozent.