Bonneveau liegt komplett auf Granitböden, oben auf dem Plateau. Ganz ähnlich wie im Hermitage, sodass die Familie Ferraton, und später die übernehmende Familie Chapoutier, ganz scharf drauf waren, hier noch mehr Land zu bekommen. Es gibt einen 30-jährigen Leasingvertrag mit Vorkaufsrecht. Bis Jahrgang 2021 bestand Bonneveau nur aus alten und uralten Reben. Seit einer Neupflanzung 2018, also mit Erstertrag 2021, sind rund zwei Drittel etwa 40 Jahre alt und der Rest ist aus den jüngeren Reben, die aus einer Top-Selection Massale stammen. Anders als Paradis hat der Weinberg keine Sandauflage – es ist reiner Granit in Südwestexposition. Deshalb hat Bonneveau weniger Charme als Paradis, aber dafür eine innere Spannung und Konzentration ohne jegliche Härte. Die geringere Schwefelzugabe und das Fehlen der Vollhefe in diesem Stadium als Fassprobe führt zu einem deutlich fokussierterem und definierterem Wein. Damien hat bereits Anfang August festgestellt, dass die Reife noch schneller voranschreitet als gedacht. Am Ende war 2025 fast so frühreifend wie 2003. Die Lese begann in Les Oliviers Blanc bereits am 19. August und die weißen wurden in den anschließenden Wochen durchgehend gelesen. Die Roten hat Damien noch etwas hängen lassen, um die einsetzenden Regenfälle Anfang September abzuwarten. Alles was vor dem Regen gelesen wurde, ist hyperkonzentriert und sehr fest gebaut, nach dem Regen gelesen waren die Trauben etwas eleganter, es gab mehr Saftausbeute, die Tannine sind etwas zarter ausgefallen. Es ist Damien Brissets 21er Jahrgang bei Ferraton, die Domaine kann von seiner riesigen Erfahrung profitieren, genau den richtigen Lesezeitpunkt in jeder Parzelle zu treffen. Und in den letzten Jahren wird er immer präziser. Er hat sein Team auf immer schnellere und fokussiertere Lesegänge eingestellt, teilweise wird 3 mal in derselben Parzelle gelesen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten, um noch mehr Komplexität zu erreichen. Das ist der Schlüssel wie man diese modernen Jahrgänge mit wirklicher Größe in den Keller bringt. Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Nichtsdestotrotz reiht sich 2025 in die Reihe der heißen Blockbuster wie 2022, 2023, 2019 etc. ein. Es ist ein enorm konzentrierter, reicher Jahrgang, dem Damien Brisset eine erstaunliche Eleganz entlockt hat. Die Frucht des Bonneveau ist die eleganteste aller Saint-Jo, wir sind rötlicher in der Auslegung, mit einer Nervosität, die wirklich erstaunlich ist. Er hat eine vibrierende Frische und Salzigkeit, was ihn schlanker erscheinen lässt als er eigentlich ist. *** Die Methode Ferraton folgt im Grunde immer einem ähnlichen Schema: Biodynamie in den Weinbergen mit sehr viel Handarbeit aufgrund des hohen Anteils an Steillagen. Für die Signature-Linie werden gekonnte Assemblages von den besten Parzellen zusammengeführt. Meist werden gewisse Anteile an Ganztrauben mitvergoren, wenn es die Lagen und der Jahrgang zulassen, so wie es passt. Die Signature-Linie steht für das Savoire-Faire des Hauses. Bei der Parcellaire-Linie hingegen werden nur Einzellagen abgefüllt, sowie alles vor der Gärung komplett entrappt, weil Winemaker Damien Brisset keinerlei Einfluss nehmen möchte, nur das Terroir soll sich unverändert ausdrücken. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Die Vinifkation erfolgt seit 2022 vollständig ohne Schwefelzugabe. Der Ausbau geschieht in Barriques und Demi-muids, sowie Stückfässern. Die Neuholzanteile sind stets gering, meist um 10 bis 20 Prozent.