Der Coudoulet ist ein Blend aus Grenache, Mourvèdre, Syrah und Cinsault. Coudoulet ist ein einziger Plot. Er liegt jenseits einer kleinen Straße an den Ausläufern der Lage La Crau. Willkürlich wurde hier die Grenze von Châteauneuf-du-Pape gezogen. Inhaltlich ist das genau das gleiche, aber der Wein darf sich nur Côtes du Rhône nennen. Das hat eine Kommission vor langer Zeit festgelegt. Vom Rebalter bis zur Verarbeitung gibt es aber keinen Unterschied zum Châteauneuf von Beaucastel. Coudoulet ist wegen etwas mehr Sand im Boden vielleicht sogar etwas feiner, etwas schicker. Der direkte Nachbar ist der Côtes du Rhône Les Garrigues von Janasse, dem ein ähnliches Schicksal beschert ist. Auch die Familie Tardieu hat ihren Top Côtes du Rhône, den Cuvée Spéciale, von hier. Wie bei allen Weinen von Beaucastel, wird natürlich auch dieser Weinberg biodynamisch bearbeitet. Vergärung im Beton, die Syrahanteile im Holz, dann Ausbau im großen Fuderfass. Im Jahr 2023 wurde auf Beaucastel das erste Mal nachts gelesen, um die Frische noch besser zu erhalten. In Kalifornien und Australien ist das schon Standard in den Top-Weingütern. Das bringt noch mehr Präzision in die Moste und verlangsamt die spontanen Vergärungen für mehr Komplexität. 2024 war allerdings ein kühlerer Jahrgang, der dennoch deutlich reifer als etwa 2021 ist, also nicht unbedingt schlank, sondern schon mit Power daherkommen. Der Coudoulet 2024 ist ausgesprochen schick, kommt mit seidiger Beerenfrucht, Piment, schwarzer Olive, süßer Grapefruit, wahnsinnig viel Lakritze, sehr feinkörniges Tannin darunter. So schmeckt der Süden Frankreichs, perfekt vinifiziert. Das ist direkt nach Abfüllung schon trinkreif, aber Eile ist nicht geboten.