Spätestens beim Straninger Ortswein wird es richtig seriös. Die Trauben stammen aus den kühlen Lagen rund um den besagten Ort am Manhartsberg, dort wo die Ausläufer des Böhmischen Massivs auf Löss und kalkhaltige Sedimente treffen. Rund 15 bis 30 Jahre alte Reben, Handlese, teilweise Ganztraubenpressung und spontane Vergärung. Anschließend geht es zunächst in den Edelstahl und danach ins große Holz. Das ist kein klassisch primärfruchtiger Weinviertel-Veltliner, sondern bereits ziemlich klar auf Herkunft, Struktur und mineralischen Zug gebaut. Die Nase ist zunächst leicht zurückgenommen und herb-würzig. Gelber Apfel, Birne und etwas weißer Pfirsich, dazu Orangenschale und eine ganz feine exotische Spur von grünlicher Mango. Darüber liegen frische Kräuter und eine leicht steinige, fast rauchige Würze. Mit Luft kommt mehr Frucht, aber der Wein bleibt immer auf der kühlen Seite. Pomelo, Quitte und Marille. Gerade diese Mischung aus hellgelber Reife und herber Kräuterigkeit macht ihn so faszinierend. Im Mund dann deutlich saftiger, als die Nase vermuten ließ. Reife Birne und knackiger gelber Apfel treffen auf Orange und grüner Papaya. Das große Holz gibt einen feinen Schmelz, aber überhaupt keine Breite. Im Gegenteil: Die Säure zieht ziemlich straff durch, dazu kommt ein leicht phenolischer Grip, der den Wein fest auf die Zunge setzt. Im Mittelteil wird es würziger und auch eine feine, erdige Note kommt dazu. Hinten raus zieht sich der Straning richtig schön zusammen. Zitruszeste, Salz und kühler Stein bleiben lange stehen, die Frucht tritt immer weiter zurück. Ein wunderbar eigenständiger Ortswein mit Saft, Struktur und dieser kühlen, salzigen Straninger Handschrift. Richtig stark!