Dieser Weißburgunder entstand ursprünglich während meines jährlichen Besuchs auf Weingut Wehrheim im Frühjahr 2025. Aus dem großartigen Burgunderjahr 2024 hatte Franz zwei Partien aus absoluten Spitzenlagen, die schlichtweg zu gut für den Ortswein waren, jedoch noch nicht ganz die finale Power hatten, um in das Große beziehungsweise Erste Gewächs einzufließen. Nach einigem Hin und Her mit verschiedenen Verschnitt-Varianten war schließlich ein neuer Terroir-Wein geboren: Kalk und Keuper, benannt nach den charakteristischen Böden der Großen Lage Mandelberg mit Muschelkalk und der Ersten Lage Rosenberg mit Keuper. Der erste Jahrgang 2024 war direkt ein voller Erfolg, entsprechend wurde der Wein 2025 ganz gezielt neu aufgelegt. Vom Ausbau her wird Kalk und Keuper exakt so behandelt wie die Lagenweine: komplett im Edelstahl und entsprechend lange auf der Hefe belassen. Bewusst ohne Holz, damit die Klarheit, Spannung und kühle Präzision des Weißburgunders voll erhalten bleiben. Stilistisch also weiterhin eher Chablis als klassischer Pfälzer Burgunder. Der 2025er zeigt sich in der Jugend deutlich offener und charmanter als der 2024er. In der Nase sofort mehr Saft und Fruchtdruck: reife gelbe Birne, knackiger Sommerapfel, Nektarine und etwas weißer Pfirsich, dazu warme Zitrusnoten, ein Hauch Quitte und ganz feine florale Anklänge. Die steinige, leicht salzige Seite ist weiterhin klar da, aber die Frucht steht dieses Jahr einfach etwas weiter vorne. Das macht den Wein sofort zugänglich, ohne ihm Spannung oder Präzision zu nehmen. Am Gaumen ist das dann richtig elegant aber auch in gewisser Weise einfach unfassbar lecker. Saftiger gelber Apfel, Birne und Nektarine geben ordentlich Schub, dazu kommt diese vibrierende Frische und der feste, kalkige Grip. Die warmen Zitrusnoten ziehen sich durch den ganzen Wein, dazu etwas Quitte und eine feine gelbwürzige Seite. Das hat Charme, Druck und richtig guten Trinkfluss, bleibt aber komplett auf der präzisen Seite. Hinten raus wird es dann wieder mineralischer: Salz, Kalk, etwas Zitrusschale und eine feine Würze bleiben lange stehen. 2025 ist hier deutlich charmanter, saftiger und früher zugänglich als 2024, einfach ein bisschen mehr »rein ins Glas und los«. Gleichzeitig bleibt die ganze Mandelberg-/Rosenberg-DNA erhalten: Spannung, Mineralität, Grip und dieser lange salzige Zug. Man könnte ihn blind weiterhin problemlos für einen Lagenwein halten. Ein richtig starker zweiter Jahrgang und wieder verdammt viel Weißburgunder für den Tarif.