Der Ausbau ist für alle Weine gleich, vom Cotes du Rhone, über Gigondas bis zum Châteauneuf: Vergärung in großen Edelstahlcuves, Ausbau zu 85 Prozent in Stockingerfudern, der Rest in Tonamphoren. Das ist ein Untergrund aus weißem Lehm, auch blauer Lehm genannt wegen der Metalleinsprengsel. Es ist also der klassische weiße Kalksteinlehm, der über Jahrmillionen entstanden ist. Dieser Wein war früher Bestandteil des normalen Blend bzw. danach des Grande Grenache. Um die große Klarheit im normalen Gigondas zu haben wurde dieser separiert, eben weil er so einzigartig und anders im Ausdruck ist, so viel dichter. In diesem Wein ist das, was früher bei Yves Gras von Santa Duc als Grande Grenache bezeichnet wurde. Zugunsten der Lagenbezeichnung hat er diesen Namen aufgegeben, in den ersten Jahren hat er ihn Clos des Hospices genannt. Aber es ist genau dieser Wein. Der Clos ist eines der spektakulärsten und spannendsten Terroirs der Domaine, einer steiler Hang, die höchsten Lagen des Weinguts auf 350 Metern, terrassiert. Benjamin Gras hat die 10 Prozent Syrah und 10 Mourvèdre mit Clairette und Bourboulenc umveredelt, weil es seit 2023 Gigondas Blanc geworden ist. Der Jahrgang 2023 ist verspielter als 2022, geht mehr zur Blumigkeit. Auch wenn Benjamin Gras mit seinem Stil, der mehr auf Ganztrauben setzt, dem etwas entgegenwirkt mit viel Struktur und Pfeffrigkeit. Dieser Blend ist also seit 2021 ein 100 Prozent Grenache, also das was in Châteauneuf oft Cuvée Speciale genannt wird. Ein wunderschöner Weinberg, sehr steil, mit extrem hellem Gestein, der einen wunderbar duftigen, luftigen Wein ergibt. Das ist ein Volnay Cru des Südens. Viel Himbeere in 2023, ein bisschen Brombeere darunter, frisches Cassis, ein bisschen erinnert es an Meo-Camuzet. Die Tannine werden von einer sehr straffen Säurespur eingerahmt, die mehr Energie und Lebhaftigkeit ausstrahlt als im Vorjahr 2022. Einer meiner liebsten Weinberge an der Rhône und der Wein ist ebenso spektakulär wie man erwarten würde.