Der Ausbau ist für alle Weine gleich, vom Cotes du Rhone, über Gigondas bis zum Châteauneuf: Vergärung in großen Edelstahlcuves, Ausbau zu 85 Prozent in Stockingerfudern, der Rest in Tonamphoren. Meist ein recht hoher Ganztraubenanteil, Benjamin Gras mag diesen Rappenstil einfach, weil er Frische bringt und den Alkohol etwas drückt. Saint Vierges ist ein Mischsatz aus 80 Prozent Grenache und zu gleichen Teilen Cunoise und Mourvedre auf puren sandigen Böden nahe Courthezon, aber weit im Osten. Der Jahrgang 2023 ist verspielter als 2022, geht mehr zur Blumigkeit. Auch wenn Benjamin Gras mit seinem Stil, der mehr auf Ganztrauben setzt, dem etwas entgegenwirkt mit viel Struktur und Pfeffrigkeit. Der Wein strahlt sehr viel Finesse aus. Er wirkt luftig und tänzelnd für einen Châteauneuf, mit dunklen Kirsche, schwarzem Pfeffer und Estragon, auch Veilchen in 2023. Das ist in der Regel mit mein Liebling in der Range, weil er sooo verspielt und fein ist. Les Saint Vierges ist einfach sexy. Man muss ihn einfach lieben, denn das ist Châteauneuf in Hochform. Ironischerweise von einem der Top-Produzenten der Nachbargemeinde Gigondas, von dessen Luftigkeit etwas in diesen Châteauneuf übergegangen zu sein scheint.