Der Keller wird bei Maxime Noellat seit 2015 mit einer Klimaanlage auf niedriger Temperatur gehalten, sodass die Weine langsamer vergären und die Malo erst weit im Jahr nach der Ernte stattfindet. Dadurch ist die Entwicklung der Weine deutlich verlangsamt und sie behalten sich einen kühleren, reduktiveren Charakter, ähnlich zu Christophe Roumiers Weinen. Allerdings ist Noellat noch immer früher zugänglich, je nach Appellation. Mit dem Neuholz ist Noellat eher sparsam, meist rund 15 bis 25 Prozent, in den Crus etwas mehr. Davon abgesehen verfolgt Noellat einen reifen, eher spät gelesenen, sehr gourmanden Stil mit Power. Im Jahrgang 2024 zeigt sich das außerordentliche Talent der Domaine, das Beste aus den klimatischen Bedingungen herauszuholen. 2024 ist ein klassischer Burgunder-Jahrgang mit kleinen Erträgen, aber fantastischer Konzentration. Die Weine sind 2017 oder 2014 nicht unähnlich, also eher feinere, kühlere Jahre mit hoher Spannung. Sie zeigen eine exzellente Frische, gepaart mit einer reifen, nicht überladenen Frucht. Aux Boudots ist eine der besten Lagen von Nuits, direkt angrenzend an die großen Terroirs von Vosne. Der Wein ist intensiv und reich, duftet nach Cassis, Holunder, Maulbeere und süßen Veilchen mit frisch gemahlenem Kaffee. Fein, warm und geschmeidig am Gaumen, immer mehr cremige Fruchtwellen schieben sich durch, die Tannine sind feinkörnig und in den Körperbau verwoben. Ein opulenter, leckerer und doch feiner Stil.